Elf Wohnungseigentümer in Wien-Hernals wagen, was in Mehrparteienhäusern nur selten gelingt: Sie tauschen ihre alte Gasheizung gemeinsam gegen eine Wärmepumpe. Zwei Jahre dauerte der Weg dorthin – mit technischen, rechtlichen und behördlichen Hürden, die es in sich hatten. Wie das Projekt gelang.
Im 17. Bezirk ziehen elf Wohnungseigentümer an einem Strang: Die Gas-Zentralheizung ihres Hauses aus dem Jahr 2004 wird durch eine gemeinsame Wärmepumpe ersetzt. Ab Juni 2026 tauscht ViaThermo mit Technikpartner Ochsner die Anlage aus. Das Gebäude hat rund 1000 Quadratmeter Wohnfläche, das bestehende Heizkörper-System bleibt erhalten.
Ein Anschluss an die Fernwärme wurde geprüft, erwies sich aber als deutlich teurer. Die Gemeinschaft entschied sich für die Wärmepumpe. Begonnen hat alles im Juni 2024, angestoßen von einer engagierten Eigentümerin. Der Plan fand von Anfang an breite Zustimmung – ungewöhnlich bei elf Parteien.
„Als Installateur würde man ein solches Projekt normalerweise fast ausschließen, weil es extrem schwierig ist, alle Beteiligten auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen“, sagt ViaThermo-Gründer Philipp Szep. „Hier haben die Eigentümer so viel Entschlossenheit gezeigt, dass wir das Projekt unbedingt möglich machen wollten.“
Der lange Weg durch die Wiener Amtsstuben
Nötig waren ein Schallgutachten, eine statische Planung und die Abstimmung mit den Wiener Netzen. Zwei Eigentümerversammlungen und ein Bauansuchen kamen dazu, das Verfahren dauerte acht Monate.
Was der Umstieg auf die Wärmepumpe – ungefähr – kostet
Genaue Kosten nennt ViaThermo nicht. Projekte dieser Art schlagen laut Szep mit rund 100.000 bis 150.000 Euro zu Buche. Die Gemeinschaft ist an keinen Fernwärmeanbieter gebunden und kann den Stromlieferanten frei wählen. Mit Förderung und hohen Gaspreisen amortisiert sich das Vorhaben laut Szep meist nach zehn bis 15 Jahren – schneller, wenn die alte Heizung ohnehin über 20 Jahre alt ist.
„Wir wollten als Gemeinschaft weg vom Gas“, heißt es von den Bewohnern. „Deshalb haben wir diese Entscheidung bereits 2024 getroffen und konsequent daran festgehalten. Jetzt – im Juni 2026 – die Umsetzung endlich zu sehen, ist ein großartiges Gefühl.“
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