Bei den Salzburger Festspielen feiert diesen Samstag Robert Carsens „Jedermann“-Inszenierung zum dritten Mal Premiere. Philipp Hochmair ist erneut in der Titelpartie zu sehen, die Buhlschaft an seiner Seite ist hingegen neu: die in Paris geborene 33-jährige Roxane Duran.
Es ist ein Ruf, der durch Mark und Bein geht. Die Stimmung kippt mit ihm von fröhlicher Feierlaune in Angst und Panik. Die eindringlichen Jedermann-Rufe sind ein Schlüsselmoment, in dem das „Sterben des reichen Mannes“, so der Untertitel des Hofmannsthal-Klassikers, eingeläutet wird.
Seit seiner Gründung 1920 ist der „Jedermann“ vor der imposanten Kulisse des Doms das symbolische Herzstück des Festivals. Keine andere Produktion prägt die internationale Wahrnehmung der Festspielstadt so nachhaltig.
Ab Samstag lässt sich Philipp Hochmair zum dritten Mal als Jedermann erst von seiner Buhlschaft (neu: Roxane Duran) umgarnen und später vom Tod heimsuchen. Ebenfalls zum dritten Mal tut er das in der sehr gegenwärtigen Inszenierung von Robert Carsen mit Smartphones, Gold-Anzug und Luxusschlitten.
Neben zeitlosen Themen wie der Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit und Tod, wird die Besetzung der Hauptrollen des Stückes stets mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt – was sich jenseits schauspielerischen Qualität der Mimen nüchtern in Zahlen fassen lässt.
Über die Festspielgeschichte gesehen spielt ein Jedermann seine Rolle durchschnittlich 4,1 Jahre, die Buhlschaft lediglich 2,4 Jahre. Seit 1999 hat sich die Rotation beschleunigt: Seither beträgt die durchschnittliche „Lebensdauer“ eines Jedermann drei Jahre, jene einer Buhlschaft nur noch 1,9 Jahre.
Überraschende Rekordhalter
Am längsten war Walter Reyer (neun Mal ab 1960) der Jedermann, gefolgt von Peter Simonischek mit acht Saisonen von 2002 und 2009. Der Rekord gehört mit 12 Sommern aber einer Buhlschaft. Dagny Servaes verkörperte sie von 1926 bis 1937. Seit 1999 brachten es Birgit Minichmayr, Brigitte Hobmeier, Dörte Lyssewski und Veronika Ferres auf jeweils drei Saisonen.
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