Im EU-Parlament wird viel geredet. Doch wer tut das am häufigsten? Und wer fehlt bei den Abstimmungen ständig? Die „Krone“ kennt die Leistungsbilanz unserer Vertreter in Brüssel.
Auch das EU-Parlament befindet sich momentan in Sommerpause. Sie dauert bis 13. September und umfasst somit 66 Tage. Zeit, eine Bilanz zu ziehen. Sind unsere EU-Abgeordneten in den vergangenen zwei Jahren auch brav ihren Pflichten nachgekommen?
Immerhin erhalten sie ein stolzes Bruttogehalt von exakt 10.802,91 Euro – Nebengeräusche wie Taggelder, Zulagen oder Pension nicht dazugezählt. Auf einer Liste, die der „Krone“ vorliegt, wurde die Anzahl an Redebeiträgen und Abwesenheiten verschriftlicht. Ob Abgeordnete nun tatsächlich faul oder fleißig sind, lässt sich daraus nicht sauber ableiten, ein Stimmungsbild aber sehr wohl.
Sie sprechen am häufigsten
Was sich zeigt: Am meisten zu sagen hat ÖVP-Delegationsleiter Reinhold Lopatka. Seit Beginn der Legislaturperiode im Juli 2024 meldete er sich 111-mal zu Wort. Dicht auf den Fersen ist ihm NEOS-Mandatar Helmut Brandstätter mit 109 Redebeiträgen. Auf Platz drei folgt ÖVP-Abgeordneter Lukas Mandl mit 92. Danach klafft bereits eine ordentliche Lücke: SPÖ-Mandatar Hannes Heide brachte es auf 60 Reden, FPÖ-Abgeordnete Petra Steger auf 43. Thomas Waitz von den Grünen und Andreas Schieder von der SPÖ liegen mit jeweils 40 gleichauf.
Die umstrittene Jung-Abgeordnete Lena Schilling von den Grünen, die erst kürzlich mit ihrem Liebesleben wieder für Schlagzeilen sorgte, kommt mit 36 Redebeiträgen auf Platz 9 und landet damit knapp hinter Anna Stürgkh. Dass Schilling nicht auf den Mund gefallen ist, hat sie auch beim Opernball erneut bewiesen, wo sie mit einem sehr speziellen Kleid ihre Meinung äußerte.
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold?
Deutlich schweigsamer zeigen sich die Schlusslichter: Gerald Hauser von der FPÖ trat 14-mal ans Rednerpult, sein Parteikollege Georg Mayer 16-mal. Alexander Bernhuber und Sophia Kircher von der ÖVP halten bei jeweils 17 Wortmeldungen.
Bei den versäumten Abstimmungen führt Anna Stürgkh von den NEOS mit 22 Abwesenheiten – allerdings ist die Wienerin aufgrund einer Schwangerschaft entschuldigt. Denn erst heuer im März novellierte das Parlament die Regel, die eine persönliche Abstimmung vorschreibt. Frauen können seither ihre Stimme bis zu drei Monate vor dem Entbindungstermin und sechs Monate nach der Geburt an eine vertrauenswürdige Kollegin oder Kollegen abgeben.
Brandstätter folgt mit 20. Kircher und Mandl fehlten jeweils 19-mal. Ganz ohne Fehl und Tadel – zumindest in dieser Statistik – sind Elisabeth Grossmann von der SPÖ und Roman Haider von der FPÖ. Beide versäumten keine einzige Abstimmung. FPÖ-Mandatarin Elisabeth Dieringer fehlte lediglich zweimal; Andreas Schieder, Lena Schilling und Evelyn Regner jeweils dreimal.


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