Bei einem Pressefrühstück in Kitzbühel hat ÖTV-Kapitän Jürgen Melzer am Dienstag sein Aufgebot für den Davis-Cup-Hit gegen Belgien am 18./19. September in Wien bekannt gegeben. Dem vorläufigen Kader gehören Sebastian Ofner, Jurij Rodionov, Joel Schwärzler und auch Filip Misolic bzw. im Doppel Lucas Miedler, Alexander Erler und Neil Oberleitner an. In Sachen Misolic berichtete Melzer Erfreuliches, denn der 24-jährige Steirer wird noch im Sommer auf die Tour zurückkehren.
Misolic ist seit Februar außer Gefecht, weil er sich eine Ruptur der Plantarfaszie in der rechten Fußsohle zugezogen hat. „Ich habe letzte Woche eine Trainingswoche mit dem Miso gehabt, er hat gefragt, ob er eine Woche bei uns trainieren kann“, erklärte Melzer, der dafür auch selbst ordentlich eingespannt wurde. „Er ist wieder voll fit.“
Die Rückkehr des Ex-Kitzbühel-Finalisten wird entweder in Winston-Salem oder bei den US Open erfolgen, Misolic kann dann ein „geschütztes Ranking“ von 101 beanspruchen. Damit könnte er beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres gerade noch in den Hauptbewerb rutschen.
Belgien mit aktuell drei Top-40-Spielern
Ob Misolic für den Heim-Länderkampf gegen die starken Belgier ein Thema ist, möchte Melzer zumindest nicht ausschließen. Klar ist, dass Österreich beim ersten Davis Cup in Wien seit 18 Jahren nicht Favorit ist. „Wir sind Außenseiter. Die haben drei Einzelspieler, wo es wahrscheinlich egal ist, wen sie reinstellen. Was es für mich schwieriger macht, weil du nicht weißt, wer von den Dreien spielt.“ Mit Zizou Bergs, Raphael Collignon und Alexander Blockx auf den Rängen 34, 37 und 38 haben die Gäste drei Top-40-Spieler, Österreich verfügt aktuell über keinen Top-100-Mann.
Durchaus möglich ist, dass es im Doppel zu einer neuen Paarung Miedler/Oberleitner kommt. Dies hängt u.a. auch vom Genesungszustand von Erler ab. Der Tiroler kann nach seiner Ellbogenverletzung noch nicht mehrere Tage in Folge voll servieren. Der Sieger des Länderkampfs spielt wieder im November im Final 8 in Bologna.
Fast 200.000 Meisterschaftsmatches 2027
Unabhängig vom Davis Cup freut sich auch der neue ÖTV-Präsident Richard Grasl über die sehr positive Entwicklung des Mannschaftstennissports in den Vereinen. So nahmen in den diversen Bewerben (inklusive Wintercups, Sommercups) 12.819 Teams teil und es wurden nicht weniger als 192.847 Matches bis zum 14. Juli dieses Jahres gespielt.
„Die stetig steigenden Zahlen zeigen, wie stark das Tennis in den Vereinen verankert ist und wie viele Menschen unseren Sport aktiv ausüben“, so Grasl. Im nächsten Jahr feiert der ÖTV sein 125-jähriges Bestehen. Dann sollen mit diversen Aktionen auch in Kindergärten und Schulen noch mehr Kinder weg von Bildschirmen und Playstations auf den Court gelockt werden, hofft der Niederösterreicher.
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