Kritik über Nutzung
Neues Café auf Petersdom-Kuppel polarisiert
Auf der Terrasse des Petersdoms soll ein erweitertes Bistro entstehen. Das Projekt mit Blick über Rom sorgt seit Monaten für Diskussionen: Während Befürworter das Angebot für Pilger und Touristen ausbauen wollen, warnen Kritiker vor einer Kommerzialisierung eines der wichtigsten christlichen Wahrzeichen.
Ein neues Gastronomieangebot auf der Kuppel des Petersdoms sorgt weiter für Diskussionen. Nach Informationen der italienischen Tageszeitung „Il Messaggero“ soll bereits im September ein erweitertes Bistro auf der Terrasse der Basilika eröffnen. Dafür seien frühere Lagerräume zu einem Lokal hoch über den Dächern Roms umgebaut worden. Zuletzt seien bereits Möbel und weiteres Material auf die Terrasse transportiert worden.
Erweiterung des bisherigen Angebots
Schon heute gibt es dort einen kleinen Erfrischungsstand, an dem Besucher auf dem Weg zur Kuppel Eis, Snacks und Getränke kaufen können. Künftig soll das Angebot um eine Küche und die Möglichkeit erweitert werden, einfache Speisen anzubieten. Die Terrasse bietet einen einzigartigen Blick über die Ewige Stadt. Um den höchsten für Besucher zugänglichen Punkt des „Cupolone“ zu erreichen, müssen 551 Stufen bewältigt werden – wer den Aufzug nutzt, hat anschließend noch 320 Stufen vor sich. Die von Michelangelo entworfene Renaissance-Kuppel ist 131 Meter hoch.
Kritiker fürchten zunehmende Kommerzialisierung
Das Vorhaben wird seit Monaten kontrovers diskutiert. Befürworter sehen darin eine zeitgemäße Ergänzung des Angebots für die Millionen Besucher, die jedes Jahr den Petersdom besichtigen. Kritiker warnen hingegen vor einer zunehmenden Kommerzialisierung eines der bedeutendsten Wahrzeichen der katholischen Kirche. Die Debatte reiht sich in eine größere Diskussion über die Nutzung historischer und religiöser Orte für exklusive Veranstaltungen und kommerzielle Angebote ein.
Das Kommunikationsbüro des Petersdoms erklärte bereits im Anfang des Jahres, dass eine Erweiterung der für Pilger zugänglichen Terrasse geprüft werde, wodurch die Besucherdichte in der Basilika reduziert und eine ruhigere Atmosphäre geschaffen werden könne. Der bestehende Erfrischungsstand würde demnach in einem schlichten, dem historischen Umfeld angemessenen Stil ausgebaut werden, der die Heiligkeit des Ortes respektiere und zugleich den Bedürfnissen der Pilger gerecht werde.
Pläne für größeres Restaurant abgeblasen
Die Initiative für das Projekt geht maßgeblich auf Kardinal und Erzpriester Mauro Gambetti zurück, dessen fünfjähriges Mandat inzwischen ausgelaufen ist. Papst Leo XIV. hat bislang noch nicht entschieden, ob er Gambetti im Amt bestätigt. Ursprünglich war sogar ein deutlich größeres Restaurant mit mehreren Hundert Sitzplätzen geplant, später wurde das Konzept auf ein kleineres Bistro reduziert.
Ob das Lokal tatsächlich bereits im September eröffnet, ist aber noch nicht gesichert. „Il Messaggero“ hatte zuvor auch darüber spekuliert, dass eine Eröffnung im Rahmen der Feierlichkeiten zum 400. Weihetag des Petersdoms am 18. November erfolgen könnte. Letztlich liegt die Entscheidung bei Papst Leo XIV., der das Projekt noch ändern oder stoppen könnte.









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