Tödliche Festnahme

Bestürzung in Italien: „Hilfe! Genug, genug!“

Ausland
20.07.2026 07:11
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Bilder einer tödlichen Festnahme haben in Italien für Aufruhr gesorgt. Dabei knieten Polizisten für mehrere Minuten auf dem Rücken eines Mannes. Dieser flehte um Hilfe – bis er sich nicht mehr bewegte ...

Ein erschütterndes Video dokumentierte den Vorfall in Bologna am späten Sonntagvormittag. Sie zeigen die dramatischen letzten Minuten im Leben eines 43-jährigen Mannes, der nach dem Polizeieinsatz verstarb. Auf den von einem Nachbarn gefilmten Aufnahmen ist zu sehen, wie der Mann marokkanischer Herkunft am Boden liegt, während zwei Polizisten auf ihm knien und ihn mit ihrem Körpergewicht fixieren.

Mann schrie: „Hilfe! Genug, genug!“
Ein dritter Mann in Zivilkleidung hält seine Knöchel fest. Immer wieder sind die verzweifelten Schreie des Mannes zu hören, der fleht: „Aiuto. Basta, basta!“ – auf Deutsch: „Hilfe! Genug, genug!“

Anrainer hatten die Exekutive in den Stadtteil Pilastro gerufen. Der 43-Jährige soll zuvor randaliert und dabei auch gegen einen Streifenwagen geschlagen haben, woraufhin die einschreitenden Beamten Pfefferspray einsetzten, ihm Handschellen anlegten und ihn zu Boden zwangen. Trotz seiner wiederholten, lauten Bitten ließen die Uniformierten nicht von ihm ab.

Besonders brisant: Auf dem Video sind auch zwei Rettungssanitäter zu erkennen, die dem Geschehen tatenlos beiwohnen und nicht eingreifen, während der Mann sichtlich um sein Leben ringt. Nach mehreren Minuten unter der Last der Polizisten bewegte sich der Mann plötzlich nicht mehr.

Jegliche Hilfe kam zu spät, er verstarb noch am Einsatzort. Eine angeordnete Obduktion und die Auswertung der Bodykameras sollen nun die genaue Todesursache klären und Licht in die tragischen Umstände bringen.

Demonstrationen nach „Staatsmord“
Die Familie des Mannes zeigte sich tief erschüttert und forderte Gerechtigkeit. Seine Schwester wird in der Zeitung „Corriere di Bologna“ mit den Worten zitiert: „Sie hatten kein Erbarmen mit meinem Bruder. Wenn jemand aufgebracht ist, beruhigt man ihn und bringt ihn nicht unter der Sonne um.“ Noch am selben Abend kam es im Viertel zu einer spontanen Demonstration von rund 300 Menschen gegen die Polizei, bei der Plakate mit der Aufschrift „Staatsmord“ gezeigt wurden.

Laut italienischen Medienberichten lebte der Verstorbene bereits seit seinem siebten Lebensjahr in Italien, wo er gemeinsam mit seinem Bruder wohnte. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung