Hat Hotel geschlampt?

Wende nach Tod von Mädchen (4) im Italien-Urlaub

Österreich
19.07.2026 15:16
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Samstagnachmittag ist ein erst vierjähriges Mädchen aus Kärnten in einem Hotelpool in Italien untergegangen und gestorben. Mehrere Jugendliche, die sich im Bereich des Pools aufhielten, hatten noch Alarm geschlagen, doch das Mädchen konnte nicht mehr wiederbelebt werden. Nun gibt es eine Wende in dem dramatischen Fall: Die Behörden ermitteln wegen fahrlässiger Tötung.

Wie berichtet, hatte die Familie aus Österreich am Samstag nach ersten Erkenntnissen gemeinsam Mittag gegessen. Anschließend ging die Mutter mit den beiden älteren Schwestern in das Hotelzimmer, während der Vater mit der Vierjährigen im Aufenthaltsbereich mit Kinderspielen blieb. Der laut Angehörigen extrem liebevolle Vater dürfte seine Tochter kurz aus den Augen verloren, sie danach verzweifelt im Hotel und auf dem Zimmer gesucht haben. Aufnahmen der Überwachungskameras zeigten, wie die Vierjährige indes die Stufen vom Hotel zur Poolanlage hinunterging.

Ungefähr zehn Minuten später kamen dann zwei jugendliche Gäste hinzu und entdeckten die Vierjährige reglos im Wasser. Sie zogen das Mädchen aus dem Becken und holten Hilfe. Ein Arzt, der ebenfalls unter den Hotelgästen war, begann sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen, die anschließend von Rettungskräften fortgesetzt wurden. Das Kind starb später im Krankenhaus.

Hier sehen Sie eine Aufnahme des Hotels:

In das Becken gefallen?
Die Staatsanwaltschaft teilte mit, eine Obduktion anzuordnen, um die genaue Todesursache zu klären. Der genaue Hergang des Unglücks wird nun untersucht. Am Sonntag war noch unklar, wie das Mädchen ins Wasser gelangte, ob es etwa hineinfiel oder selbst in das Becken stieg. Die Ermittlerinnen und Ermittler stellten bereits fest, dass drei Zugangstore zum Pool laut den Vorschriften verschlossen hätten sein sollen, allerdings bei der Überprüfung geöffnet waren. Es geht somit auch um die Frage, ob der Poolbereich ordnungsgemäß gesichert war. Das Wasser im Pool des Hotels im Badeort Milano Marittima ist zwischen 70 und 150 Zentimeter tief.

In das Ermittlungsverfahren werden nun wohl Verantwortliche des Hotels, wie der Betreiber, als auch der Vater des Kindes einbezogen. Es geht um fahrlässige Tötung. Die Familie aus Kärnten steht indes unter Schock. 

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