In Oberwart boomt die Sportart seit Jahren: Der ESV wächst rasant und macht die Sportstadt auch immer öfter zum Schauplatz nationaler und internationaler Titelkämpfe.
Ausgerechnet der puerto-ricanische Superstar Bad Bunny sorgte zuletzt für Aufsehen, als er bei einem Konzert die Jacke eines österreichischen Eisstockvereins trug. Ein kurioser Werbeeffekt für eine Sportart, die sonst selten im Rampenlicht steht.
In Oberwart ist das anders. Vor wenigen Jahren zählte der ESV 87 Mitglieder. Heute sind es 287 – nach Vereinsangaben einer der größten Stocksportvereine Österreichs. Woche für Woche herrscht in der Feldgasse Hochbetrieb.
Konsequente Nachwuchsarbeit: Jeder kann sich ausprobieren
Hinter dem Aufschwung steckt kein Zufall. Der Verein setzt seit Jahren konsequent auf Nachwuchsarbeit. Wie das aussieht, war zuletzt bei den österreichischen Schulmeisterschaften zu sehen. Mehr als 200 Schüler verfolgten die Bewerbe, an denen 100 Schüler teilnahmen, auf der Tribüne, feuerten ihre Teams an.
„Wir wollen, dass die Kinder beim heimgehen sagen: Das möchte ich auch ausprobieren. Dann haben wir unser Ziel erreicht“, sagt Obmann Christian Resch. Der Verein nutzt Oberwarts Rolle als Schulstadt bewusst.
Aber jedes Kind soll die Chance haben, Teil eines Vereins zu sein. Gemeinschaft lernt man nicht am Handy
Christian Resch, Obmann des ESV Oberwart
Kinder und Jugendliche sollen früh mit dem Stocksport in Berührung kommen. „Nicht jeder findet im Fußball seinen Platz. Aber jedes Kind soll die Chance haben, Teil eines Vereins zu sein. Gemeinschaft lernt man nicht am Handy“, ist Resch überzeugt. Dass dieser Weg funktioniert, zeigt sich auch sportlich. Die Herren feierten zuletzt den Landesmeistertitel samt Aufstieg, Nachwuchstalente wie Adrian Polster oder Laura Resch – sie hat sich für die EM qualifiziert – machen österreichweit auf sich aufmerksam.
Mit der 2022 eröffneten Stocksporthalle wurde Oberwart zur gefragten Adresse für nationale und internationale Bewerbe. Anfang August folgt die Jugend-Europameisterschaft der Altersklassen U16 und U19 mit Teams aus Deutschland, Italien, Frankreich, Kanada, Indien und der Ukraine.
Mehr als 3000 Nächtigungen in Oberwart
Davon profitiert nicht nur der Sport. Rund 3000 Nächtigungen erwartet der Verein heuer allein durch seine Bewerbe. Für Resch ist trotzdem etwas anderes entscheidend: „Unsere größte Stärke sind nicht die Medaillen. Unsere größte Stärke ist die Gemeinschaft.“
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