Einsatzkorridor

Kärntner und slowenische Wehren für Notfall bereit

Kärnten
19.07.2026 06:01

Kärntner Feuerwehren dürfen bald ohne extra Genehmigung über die Grenze nach Slowenien fahren. Ein Einsatzkorridor macht diese Hilfe möglich. Man hat aus den schlimmen Unwettern von 2023 und den bürokratischen Hürden von damals gelernt.

Seit den verheerenden Unwettern im Jahr 2023 – damals durften Einsatzkräfte aus Kärnten nicht über die Grenze nach Slowenien und unsere Nachbarn nicht zu uns – wird darüber diskutiert. Bald ist aber alles anders: Die slowenische Regierung arbeitet an einem Einsatzkorridor für grenzüberschreitende Hilfeleistungen im Katastrophenfall. Dafür eingesetzt haben sich unter anderem der Kärntner Landeshauptmann und Katastrophenschutzreferent Daniel Fellner sowie Geopark-Manager Gerald Hartmann.

Landeshauptmann Daniel Fellner setzte sich für den Korridor ein. Für Geopark-Gemeinden wurden ...
Landeshauptmann Daniel Fellner setzte sich für den Korridor ein. Für Geopark-Gemeinden wurden Feuerwehr-Drohnen finanziert.(Bild: UNESCO Global Geopark Karawanken)

„Der Vorentwurf der slowenischen Regierung steht – er besagt, dass unsere sowie deren Feuerwehren die Landesgrenzen im Umkreis von zehn Kilometern überfahren können. Wann konkret der Start ist, wird aber erst bekanntgegeben“, sagt Hartmann. Dabei wird eine Ausdehnung des Einsatzkorridors auf das gesamte Grenzgebiet geprüft. Davon wären neben den 14 Geopark-Gemeinden zehn weitere Kommunen in beiden Staaten betroffen. Hartmann: „Zwischen Italien und Slowenien wird dies bereits praktiziert.“ Die Versicherung für Einsatzkräfte ist integriert.

„Meilenstein in der Geschichte“
„Bisher war die gesetzliche Grundlage für Feuerwehren, die Grenzen im Ernstfall zu passieren, nicht gegeben. Die Ausarbeitung unserer Nachbarn wird ein Meilenstein in der Geschichte“, ist Bezirksfeuerwehrkommandant Patrick Skubel überzeugt. Über das Interreg-Projekt „Karamon“ konnte der Geopark Karawanken zwei Millionen Euro lukrieren – mehr als eine Million kommt den Wehren zugute. Hartmann: „Drohnen sind bei den Wehren in Prevalje, Feistritz ob Bleiburg und Eisenkappel bereits stationiert.“ Bis Herbst werden auch Großraumpumpen (330.000 Euro) für überflutete Flächen, zahlreiche Gerätschaften von Krampen über Nasssauger und Waldbrandpakete bis hin zu Motorsägen um rund 800.000 Euro angeschafft. „Das sind Gerätschaften, die wir bei Katastrophen-Einsätzen dringend benötigen“, weiß Skubel.

Überwachungssystem ab Herbst
Ebenfalls im Herbst wird um 300.000 Euro ein Überwachungssystem für Erdrutsche im Geopark-Gebiet eingerichtet. Hartmann: „Es werden 100 Sensoren an acht besonders von Hangrutschen gefährdeten Standorten installiert.“ Diese Sensoren werden im Erdreich eingesetzt und rutschen im Notfall mit. So werden Windstärke, Temperatur und Niederschlag gemessen; und Bewegung an der Erdoberfläche und im Hanginneren können nachvollzogen werden. Die Sensoren in der Erde kommunizieren mit einem technischen Netzwerk am Computer. Ermöglicht haben dies das Geologische Institut der Republik Slowenien und GeoSphere Austria.

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