Auf Zug gesprungen!

Koralmbahn war gesperrt: Personen im Gleisbereich

Kärnten
19.07.2026 08:38

Zwischen Graz und Klagenfurt konnten Samstagabend stundenlang keine Züge verkehren: Drei Personen sollen das Verbot, sich nicht im Gleisbereich aufzuhalten, ignoriert haben – und sogar auf einen Zug aufgestiegen sein. Sie sind jedoch entwischt.

Wartezeiten beim Bahnfahren sind nicht wirklich ungewöhnlich, doch dieser Grund ist es schon: Samstag gegen 19.20Uhr musste die Koralmbahnstrecke gesperrt werden, weil sich laut Zeugen drei Jugendliche zwischen St. Paul im Lavanttal und der Steiermark im Gleisbereich bewegten; auch im Tunnel. Sie sollen in Kühnsdorf sogar auf das Dach eines Intercity-Zuges aufgesprungen sein. Dieser Personenzug war Richtung Graz unterwegs. Er musste wegen der Jugendlichen an der Nothaltestelle des Koralmbahntunnels halten.

Strecke abgesucht – erfolglos
Sämtliche Zugverbindungen mussten für rund drei Stunden gestrichen werden; die Strecke wurde abgesucht. Schienenersatzverkehr gab es keinen. Die gestrandeten Passagiere mussten selbst Fahrzeuge organisieren. 

Zwei der drei Jugendlichen wurden zunächst von Bahnmitarbeitern auf einer Erkundungsfahrt nach dem Vorfall erwischt. Den jungen Leuten gelang jedoch die Flucht, bevor sie am Bahnhof St. Paul im Lavanttal der Polizei übergeben werden konnten. Weil im Raum stand, dass eine dritte Person bei der gefährlichen Mutprobe gewesen sein könnte, wurde erneut gesucht: ÖBB-Mitarbeiter und Polizei durchstreifen den Nahbereich des Bahnhofes – ergebnislos. Der Koralmbahntunnel war von 19.20 Uhr bis 22.36 Uhr in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Weitere Ermittlungen zur Identität der Jugendlichen werden geführt.

Sicherheitstipps: „Riskiert – riskiert – flambiert“
Nie illegale Abkürzungen über Gleise nehmen oder auf den Gleisen gehen! Das kann lebensgefährlich sein, denn der Zug kann nicht ausweichen, sein Bremsweg ist viel länger als der eines Autos. Außerdem läuft der Betrieb der Bahn mit Hochspannung: mit 15.000 Volt – und das ist tödlich, wenn man einer Bahnstromleitung zu nahe kommt. Man muss die Leitung nicht einmal berühren: Strom kann in Form eines Lichtbogens auch über eine Distanz von mehr als einen Meter lebensgefährlich sein.

Wer Gleisanlagen betritt, hat mit einer Strafe von bis zu 726 Euro zu rechnen.

Die ÖBB wiesen auf diese tödliche Gefahr vor drei Jahren in der aufrüttelnden Kampagne „riskiert – riskiert – eliminiert“ hin. Abschreckend sollten auch Slogans wie „Riskiert – riskiert – flambiert“ wirken. Offensichtlich erreichen solche Warnungen nicht alle.

Im November des Vorjahres hat eine solche Mutprobe einer 15-jährigen Trainsurferin in Niederösterreich das Leben gekostet. Im Jahr davor waren zwei junge Männer (17, 18) beim Videodreh auf einem Waggon der U4 in Wien tödlich verunglückt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung