Während die Zahl der Krankenstände rückläufig ist, gingen 2025 fast drei Viertel der oö. Beschäftigten krank arbeiten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie reichen vom Pflichtgefühl gegenüber den Kollegen bis hin zur Angst vor Konsequenzen im Betrieb.
Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt eine dramatische Verschärfung der Situation, so die AK OÖ. Seit 2015 hat sich der Anteil der Menschen, die krank arbeiten, mehr als verdoppelt. Während 2015 noch rund 30 Prozent der Beschäftigten trotz gesundheitlicher Einschränkungen arbeiten ging, stieg dieser Wert bis 2020 auf mehr als 50 Prozent. Mittlerweile ist der Anteil jener, die krank zur Arbeit gehen, in Oberösterreich auf 72 Prozent angestiegen.
Personalmangel und hoher Termindruck
Mitverantwortlich für Präsentismus, so der Fachausdruck, wenn man krank zur Arbeit geht, ist die hohe Arbeitsbelastung. Darüber hinaus machen Personalmangel und hoher Termindruck den Beschäftigten große Sorgen. Mehr als ein Viertel (fast 27 Prozent) der Arbeitnehmer fühlt sich einer (starken) Belastung durch Zeitdruck ausgesetzt und mehr als ein Fünftel (21 Prozent) gibt an, durch Arbeitsdruck (stark) belastet zu sein. Arbeitsdruck und Präsentismus stehen in engem Zusammenhang: 94 Prozent der Personen, die sich durch Arbeitsdruck (stark) belastet fühlen, gehen trotz Krankheit zur Arbeit. Bei Beschäftigten mit geringer oder keiner Belastung liegt dieser Anteil mit 66 Prozent deutlich niedriger.
Gravierende Folgen für die Gesundheit
Präsentismus hat auch gravierende Folgen für die Gesundheit. Fast die Hälfte der Beschäftigten (45 Prozent) in OÖ gibt an, öfter abgeschlagen zu sein, mehr als ein Viertel (29 Prozent) war bei der Arbeit unkonzentriert und mehr als ein Fünftel (22 Prozent) war länger krank als notwendig. Besorgniserregend ist, dass 13 Prozent der Betroffenen einen Rückfall hatten und 10 Prozent später mit stärkeren gesundheitlichen Problemen kämpften.
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