Die LIVA-Affäre um den ehemaligen Linzer Bürgermeister Klaus Luger soll am 21. August ein Ende finden. Der Ex-Stadtchef muss sich am Landesgericht Linz verantworten, weil er seinem Lieblingskandidaten die Fragen für dessen Hearing „gesteckt“ hatte, und anschließend ein Gutachten angefordert haben soll, um die „undichte Stelle“ zu finden.
Der Untreue-Prozess gegen den Linzer Ex-Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) wird am 21. August fortgesetzt. Das gab das Gericht am Freitag bekannt. Der Ex-Stadtchef soll im Zusammenhang mit der Brucknerhausaffäre ein juristisches Gutachten um gut 19.000 Euro in Auftrag gegeben haben, das nach Ansicht der Staatsanwaltschaft vor allem in seinem eigenen Interesse gewesen sei. Nach dem ersten Prozesstag am 3. Juli war vertagt worden, weil das Gericht die Gutachter befragen möchte.
„Sinnloses“ Gutachten
Luger hatte 2017 im Auswahlverfahren für die künstlerische Geschäftsführung der Linzer Veranstaltungsgesellschaft LIVA und damit auch die Intendanz des Brucknerhauses seinem bevorzugten Bewerber, Dietmar Kerschbaum, vorab die Fragen der Hearingkommission zugespielt. Als über einen Whistleblower durchsickerte, dass Kerschbaum die Fragen bereits gekannt hatte, gab der Bürgermeister, der auch LIVA-Aufsichtsratsvorsitzender war, ein Rechtsgutachten dazu in Auftrag – wissend, dass er selbst die undichte Stelle war.
„Nicht schuldig“
Zu Prozessbeginn räumte er einen „großen Fehler“ ein, bekannte sich aber nicht schuldig im Sinne der Anklage. Die Staatsanwaltschaft sieht das Delikt der Untreue erfüllt, weil sich das Gutachten ausführlich der strafrechtlichen Relevanz des „Durchstechens“ widme. Dazu sollen die Ersteller der Expertise als Zeugen Auskunft geben. Beim Prozesstermin am 21. August ist ein Urteil zu erwarten.
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