Der Innviertler Motorradhersteller KTM verkaufte im ersten Halbjahr um 81 Prozent mehr Zweiräder als im (schwachen) Vorjahr. Nun soll sogar die Produktion wieder ausgeweitet werden. In der Belegschaft hat sich die Stimmung nach den Krisen gedreht.
Nach vielen Krisenmeldungen macht der Innviertler Zweiradhersteller KTM nun wieder positive Schlagzeilen: Im ersten Halbjahr verkaufte die Muttergesellschaft Bajaj Mobility 147.572 Motorräder (das entspricht rund 700 Millionen Euro Umsatz) – um 81 Prozent mehr als im Vorjahr, das kurz nach der Insolvenz allerdings sehr schwach verlaufen war.
Der wieder angesprungene Verkauf hat jedenfalls Folgen für die Produktion: „Speziell am amerikanischen Markt gehen die Motorräder aus, damit müssen wir die Stückzahlen wieder erhöhen“, sagt KTM-Betriebsratsvorsitzender Friedrich Baumgartner. „Stand jetzt soll daher zwischen September und Oktober die zweite Schicht wieder eröffnet werden.“
Speziell am amerikanischen Markt gehen die Motorräder aus, damit müssen wir die Stückzahlen wieder erhöhen.

Friedrich Baumgartner, KTM-Betriebsratsvorsitzender
Bild: KTM
Zwei von vier Linien sollen aufgestockt werden
Derzeit wird in den Werken in Mattighofen und Munderfing im Einschicht-Betrieb auf vier Produktionslinien geschraubt – auf zwei Linien davon soll im Herbst auf zwei Schichten erweitert werden. Im Teilelager in Schalchen wurde die Arbeit laut Baumgartner bereits auf zwei Schichten ausgeweitet. Auch Personal soll wieder aufgebaut werden. Von KTM selbst heißt es dazu auf Anfrage nur vage: „Durch die gute Geschäftsentwicklung prüfen wir, ob im Herbst wieder ein Zweischicht-Betrieb eingeführt werden kann.“
Jobabbau „fast abgeschlossen“
Zu Jahresbeginn sah die KTM-Welt noch anders aus: Damals gaben die Innviertler bekannt, heuer weitere 500 Stellen abzubauen, vor allem im Angestelltenbereich. Dieser Prozess sei zum Halbjahr nun „fast abgeschlossen“, so KTM.
Und auch in der Belegschaft hat sich die Stimmung gedreht: „Die Angst vor einer großen Kündigungswelle ist weg“, sagt Betriebsrat Baumgartner. „Die Stückzahlerhöhung und dass wir die Nachmittagsschicht wieder einführen wollen, ist ein Zeichen, dass es bergauf geht.“ Vorerst kommt aber die Sommerpause: In den ersten drei Augustwochen steht die Motorradproduktion wegen Betriebsurlaub still.
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