Landesdirektor-Job

ORF Burgenland bald mit einer Frau an der Spitze?

Burgenland
15.07.2026 15:51

Mit Ende der Bewerbungsfrist in der Nacht auf Mittwoch für die derzeit ausgeschriebenen 13 Landesdirektor-Posten beim ORF sickern auch im Burgenland die ersten Namen jener durch, die sich beworben haben. Und wie es aussieht, könnte das Landesstudio vielleicht bald unter weiblicher Führung stehen.

Denn neben Noch-Landesdirektor Werner Herics, der bereits im Vorfeld seine Kandidatur bekannt gegeben hat, gehen auch Elisabeth Pauer-Gerbavsits und Melanie Balaskovics ins Rennen.

Aussichtsreiche Kandidatin
Pauer-Gerbavsits hatte sich bereits als 2021 als Landesdirektorin beworben und startet nun einen neuen Anlauf, wie sie bestätigt. Die 55-Jährige ist das wohl bekannteste Gesicht der Sendung „Burgenland heute“ und seit mehr als 30 Jahren beim ORF tätig, davon zehn Jahre als Chefin vom Dienst. 2019 war sie Journalistin des Jahres, zusätzlich verfügt sie über ein breites Netzwerk in Politik, Kultur und Gesellschaft. Zu ihrer Bewerbung wollte sie nichts Näheres sagen und verwies auf das Auswahlverfahren. Sie gilt als sehr aussichtsreiche Kandidatin.

Elisabeth Pauer-Gerbavsits
Elisabeth Pauer-Gerbavsits(Bild: zVg)

Überraschungskandidatin mit perfektem Timing
Für eine Überraschung sorgt unterdessen Melanie Balaskovics mit ihrer Bewerbung. Die frühere ORF-Mitarbeiterin leitete die letzten fünf Jahre als Landesdirektorin die Caritas und bestätigte ebenfalls, dass sie sich für den öffentlich-rechtlichen Top-Job beworben hat. Just am Mittwoch – als kurz nach Ende der Bewerbungsfrist für den ORF-Job – gab die Diözese zudem bekannt, dass die Leitung der Caritas ab 1. September der neue Dompfarrer Norbert Filipitsch übernehmen wird.

„Auffassungsunterschiede“
Balaskovics betont aber, dass man sich wertschätzend und in gegenseitigem Respekt getrennt habe. Es sei nichts Ungewöhnliches, dass es „Auffassungsunterschiede“ zur künftigen Ausrichtung einer Organisation gebe. Getrennte Wege zu gehen, sei da der „logische Schritt“. Groll hegt sie jedenfalls keinen. „Ich bin zu erwachsen, als dass ich so etwas persönlich nehmen oder mich lange damit beschäftigen würde“, meint die scheidende Caritas-Direktorin.

Melanie Balaskovics.
Melanie Balaskovics.(Bild: Reinhard Judt)

Führungsqualitäten
Die Voraussetzungen für den Top-Job im Landesstudio würde sie jedenfalls mehr als erfüllen. Bei der Caritas bewies sie starke Führungsqualitäten, leitete mehr als 600 Mitarbeiter. Zusätzlich kennt sie als ehemalige ORF-Mitarbeiterin alle Prozesse und Abläufe im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie ihre Westentasche. Balaskovics war sowohl für Fernsehen als auch Radio als Moderatorin und Chefin vom Dienst tätig, war für Licht ins Dunkel verantwortlich und gestaltete verschiedene Sonderproduktionen. Außerdem ist die Burgenland-Kroatin zweisprachig.

Mehr Transparenz
Was sie zur Bewerbung bewogen habe, sei unter anderem die Zusicherung des neuen ORF-Generaldirektors Clemens Pig, dass es ein faires, transparentes Auswahlverfahren (ohne Mitsprache der Politik) geben soll, erklärt die 50-Jährige.

Die Bestellung der neuen Direktoren ist für 11. August vorgesehen.

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