Buhlen um Markt

Glücksspiel-Reform lockt ausländische Anbieter an

Wirtschaft
15.07.2026 15:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Entwurf zum neuen Glücksspielgesetz sorgte dafür, dass schon einige internationale Anbieter mit den Hufen scharren: Der bisherige Monopolist Casinos Austria mit der Tochter Österreichische Lotterien dürfte Konkurrenz bekommen. 

Die österreichische Glücksspiellandschaft könnte bald ganz anders aussehen. Mit dem neuen Glücksspielgesetz bekommen auch ausländische Anbieter legalen Zugang zum österreichischen Markt. Einige stehen auch schon bereit: Der US-Anbieter Brightstar ist laut eigenen Angaben der größte Lotterieanbieter und will eine Lotto-Konzession in Österreich. Auch die französische Lotterie-Gesellschaft FDJ United hat Interesse an einer solchen Konzession.

Gleich mehrere Unternehmen und Automatenbetreiber stellen sich für Lizenzen für Online-Spiele an. Entain, zu dem Marken wie bwin gehören, hat Interesse an einer solchen. Das Unternehmen kritisiert aber, dass es keinen Rechtsanspruch auf die Konzessionen gibt. Bet-at-home will sich ebenfalls um eine Glückspiel-Lizenz bemühen, merkt aber an, dass es keinen Stichtag für die Lizenz-Bewerber gibt, wann sie die rechtlichen Forderungen erfüllt haben müssen.

Glückspiel-Reform

  • Das Monopol der Casinos Austria ist zu Ende: Ab Oktober 2027 kommt ein Mehrlizenzsystem.
  • Damit bekommen Online-Anbieter Zugang zum Markt, auch wenn sie vorher illegal Glückspiel angeboten haben. Antragsteller müssen sich aber ab Anfang 2027 für zumindest neun Monate vom österreichischen Markt zurückziehen, um eine Lizenz zu erhalten.
  • Es kommen einige Verschärfungen, die regeln, wie viel Geld die Spieler einsetzen dürfen.

Die letzten Details sind noch nicht fix, diese Woche endet die Begutachtung des Glücksspielgesetzes.

Kritik an Entwurf
Kaizen Gaming hat auch ein Auge auf die Lizenz für Online-Spiele geworfen, kritisiert aber, dass sich Lizenz-Antragsteller ab Anfang 2027 für zumindest neun Monate vom österreichischen Markt zurückziehen müssen, um eine Lizenz zu erhalten. Damit würden viele Spieler in den völlig unregulierten Schwarzmarkt wechseln und dort auch nach der Vergabe der Online-Lizenzen bleiben, kommentierte Kaizen Gaming den Entwurf. Fehlende Steuereinnahmen sowie kaum Spielerschutz wären hier die Folge.

Mehr Geld für Sport?
Zahlreiche Sportverbände hoffen, dass sie von dem neuen Glücksspielgesetz ebenfalls profitieren können. Sie sehen in den bereits budgetierten höheren Steuereinnahmen aus der Öffnung des Glücksspiels eine Möglichkeit, zusätzliche Mittel zu lukrieren. Vom Gewichtheberverband über den Tischfußballbund, über den Österreichischen Ringsportverband und dem Verband für Modernen Fünfkampf bis hin zum Fachverband für Orientierungslauf betonten zahlreiche Verbände die gesellschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Vorteile des Sports – und dessen Förderungswürdigkeit. Aber auch von Sportwetten sollten bei einer Neuregelung die Sport-Verbände ihren Anteil erhalten.

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