Am Gipfel kollabiert

Cannabis gefressen: Hündin wurde vom Berg gerettet

Ausland
14.07.2026 20:28
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine Wanderung auf Schottlands höchsten Berg endete für eine Labrador-Hündin beinahe in einer Katastrophe: Mitten auf dem Ben Nevis brach der Hund zusammen, verlor die Kontrolle über seine Beine und war zeitweise nicht mehr bei Bewusstsein. Rettungskräfte mussten das 25 Kilogramm schwere Tier schließlich mit einer Trage vom Berg bringen. Der Verdacht der Tierärzte: Die Hündin hatte weggeworfenes Cannabis vom Wanderweg gefressen.

Die schwarze Labrador-Hündin „Tokyo“ war gemeinsam mit ihrer Besitzerin Christina Bluhme in der englischen Grafschaft Surrey auf dem Ben Nevis unterwegs. Die Hundetrainerin befand sich laut einem Bericht der britischen BBC etwa auf halber Höhe des höchsten Berges Großbritanniens, als „Tokyo“ plötzlich zusammenbrach.

Das Tier konnte seine Beine nicht mehr nutzen und driftete laut Angaben der Besitzerin immer wieder in die Bewusstlosigkeit ab. Daraufhin alarmierte sie die Bergretter des Lochaber Mountain Rescue Teams – die Helfer brachten die Hündin schließlich mit einer Trage vom 1345 Meter hohen Gipfelbereich hinunter zu einem örtlichen Tierarzt.

„Ich dachte wirklich, ich würde sie verlieren“
Bluhme schilderte den Vorfall als einen der schlimmsten Momente ihres Lebens. „Ich dachte wirklich, dass ich sie verlieren würde“, sagte sie. Die Tierärzte gehen demnach davon aus, dass „Tokyo“ Cannabis aufgenommen hatte, das auf dem Wanderweg zurückgelassen worden war.

Die Hundetrainerin zeigte sich nach der Rettung erleichtert und dankbar. „Ohne das unglaubliche Lochaber Mountain Rescue Team hätte ich sie niemals sicher vom Berg herunterbringen können“, so die Besitzerin. „Einen 25 Kilogramm schweren Labrador den Ben Nevis hinunterzutragen, war für mich alleine unmöglich.“

Warnung an andere Hundebesitzer
Wie der „Guardian“ berichtet, erklärte Bluhme nach dem Vorfall, sie fühle sich „unglaublich glücklich“, dass „Tokyo“ überlebt habe. Sie bedankte sich bei den Rettungskräften und dem Tierärzteteam für deren „Mitgefühl und Hingabe“. „Ihr wart da, als wir euch am dringendsten gebraucht haben“, sagte sie.

Die Besitzerin nutzte den Vorfall außerdem für eine Warnung an andere Hundebesitzer: „Bitte seien Sie sich bewusst, dass weggeworfene Drogen und andere giftige Substanzen manchmal sogar an den schönsten Orten in der Natur gefunden werden können. Es war etwas, von dem ich niemals gedacht hätte, dass wir damit konfrontiert werden.“

Das Lochaber Mountain Rescue Team bestätigte, dass „Tokyo“ vollständig genesen sei, und lobte die Unterstützung der örtlichen Tierarztpraxis in Fort William. Ein Sprecher erklärte: „Es wird nun vermutet, dass ,Tokyo‘, ein normalerweise sehr fitter und aktiver Arbeitshund, etwas aufgenommen hat, das sie kritisch krank gemacht hat.“

Cannabis kann für Hunde besonders gefährlich sein
Nach Angaben von Vets Now reagieren Hunde besonders empfindlich auf Cannabis, weil ihr Gehirn mehr Cannabinoid-Rezeptoren besitzt als das des Menschen. Dadurch kann die Wirkung bei Hunden stärker ausfallen.

Mögliche Symptome nach der Aufnahme von Cannabis können demnach innerhalb von 30 bis 90 Minuten auftreten. Dazu zählen unter anderem Gleichgewichtsstörungen, Taumeln, die Unfähigkeit aufzustehen, unkontrollierter Harnverlust, geweitete Pupillen und glasige Augen.

Ein ähnlicher Fall ereignete sich laut dem Bericht bereits 2024 im englischen Somerset: Zwei Hunde namens „Margot“ und „Willow“ wurden krank und konnten nicht mehr stehen, nachdem sie bei einem Spaziergang in einem Naturschutzgebiet in Winscombe menschliche Ausscheidungen aufgenommen hatten, die Cannabis enthielten. „Tokyo“ erholte sich nach dem dramatischen Zwischenfall zum Glück vollständig.

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