Perfekte Maßarbeit! Raphael Pallitsch hat sich in Budapest in einem Weltklassefeld als Elfter über 1500 m in 3:33,41 fix für die Europameisterschaften in Birmingham qualifiziert! Er unterbot das geforderte Direkt-Limit für die EM (3:33,50) um neun Hundertstel. „Das nehmen wir!“, lachte der Burgenländer, als sein Ergebnis auf der Anzeigetafel aufleuchtete ...
Welch ein Rennen! Erst zwei Tage zuvor, am Sonntagabend, hatte der 36-Jährige erfahren, dass er bei diesem Gold-Meeting der World Athletics Continental Tour dank Manager Alfons Juck noch einen der begehrten Startplätze erhalten hatte. Eine große Chance, die er nutzte. Da heuer die Klasse über 1500 m derart groß ist, war nämlich eine Direkt-Norm fast zwingend erforderlich geworden. „Das Rennen war für mich heute perfekt“, schwärmte der Burgenländer, „aber unglaublich, dass es auch über eine Strecke wie den 1500 m immer wieder so verdammt knapp werden kann!“ Aber geschafft, ist geschafft! Die EM kann kommen.
Dramatische Momente
Pallitsch lief wieder einmal taktisch hervorragend. Er hielt sich, das Feld auch von weiter hinten immer kontrollierend, immer gut im Rennen. Auf der letzten Runde machte er noch einmal in dem großen Feld Plätze gut. Als dann die Siegerzeit für Kipkosgei Koech (Ken) mit 3:31,09 erschien, war klar, dass der Österreicher auch eine gute Zeit haben musste. Aber es war dramatisch, bis sein Ergebnis endlich aufleuchtete: 3:33,41! Die EM war fix ...
Und diese 3:33,41 sind eine absolute Spitzenzeit. Nur einmal, bei seinem Rekord im Vorjahr in Ostrava mit 3:32,96, war er schneller. Großartig, wie Pallitsch immer wieder auf den Punkt genau in Höchstform laufen kann. Man darf auf seinen EM-Start gespannt sein – vor zwei Jahren in Rom war sein Spurt auf den sechsten Platz ein unvergessenes Highlight!
Auch Strohmayer-Dangl top
Auch Niklas Strohmayer-Dangl bot wieder eine Top-Leistung. Er lief um einen Wimpernschlag an dem Uralt-Rekord von Thomas Futterknecht vorbei. Da scheint ihn das Pech schon ein wenig zu verfolgen. Viermal streifte er 2026 mit 49,43 – 49,44 – 49,47 – 49,55 die Bestmarke, die der legendäre „Fuzzi“ im Semifinale der Universiade in Kobe am 30. August 1985 aufgestellt hatte. „Die Konstanz ist da, aber leider fehlt immer ein Quäntchen“, meinte der Burgenländer, dem die Qualifikation für die EM in Birmingham (10. bis 16. August) nicht mehr zu nehmen ist, „aber jetzt geht es eben um mehr, um schnellere Zeiten.“ Die nächste Chance dürfte er in einer Woche bim Meeting in Banská Bystrica erhalten.
Rhythmus umgestellt
Seine 49,44 erzielte Strohmayer-Dangl im Rahmenprogramm des Istvan-Gyulai-Memorials auf Bahn 6 im Nationalen Leichtathletik-Zentrum. Zufrieden aber war er darüber, dass ihm eine Technik-Umstellung gelungen war. Erstmals in seiner Karriere schaffte er es, zwischen den Hürden bis zur sechsten Hürde einen Rhythmus von nur 13 Schritten durchzuhalten. Der Nachteil: Noch kam er nicht ideal an die Hürden heran. Aber das werde er in den nächsten Rennen schon schaffen, war er zuversichtlich.
Verletzung in Südafrika
Strohmayer-Dangl verriet nach dem Rekordlauf erstmals, dass er zu Saisonbeginn heuer große Verletzungsprobleme gehabt hatte. Beim Training in Südafrika habe er sich sieben Wochen vor dem Saisonstart in St. Pölten in der Oberschenkelrückseite einen Einriss zugezogen. „Der war so gravierend, dass ich wochenlang keine Hürden trainieren konnte. Vor dem Liese-Prokop-Memorial habe ich nur drei Hürden-Trainings gehabt!“
Christania Williams 11,28
Neben diesem Männer-Duo war auch Christania Williams für Österreich am Start. Sie bewies ihre gute Form und lief als Siebente 11,28 – nur zwei Hundertstel an ihrer Saisonbestzeit vorbei. „Ich wollte natürlich heute etwas schneller laufen“, sagte sie. Aber unsere Sprint-Damen sind so stark, dass man schon jetzt über 4 x 100 m in Luzern am Donnerstag die nächste Top-Zeit erwarten darf.
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