2 Tote in einer Woche

Erneut Mann bei Einsatz von ICE erschossen

Außenpolitik
13.07.2026 18:01
Porträt von krone.at
Von krone.at

Binnen weniger Tage sind bei Einsätzen der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE zwei Menschen getötet worden. Beim jüngsten Fall wurde ein Mann in der Stadt Biddeford  im US-Bundesstaat Maine erschossen. 

Bei dem Einsatz in Biddeford war es zu Schüssen gekommen. „Eine Person wurde getötet. ICE war beteiligt. Die Staatspolizei und das Ministerium für öffentliche Sicherheit sind vor Ort, um Details zu sammeln, und gehen davon aus, dass sich auch das FBI in die Ermittlungen einschalten wird“, erklärte der Sprecher des Repräsentantenhauses von Maine, Ryan Fecteau.

Mexikaner bei Kontrolle in Texas erschossen
Es ist der zweite tödliche Vorfall dieser Art binnen weniger Tage. Am vergangenen Dienstag hatte ein ICE-Beamter in Houston im Bundesstaat Texas einen Autofahrer erschossen. Bei dem Getöteten handelte es sich um einen mexikanischen Staatsbürger namens Lorenzo Salgado Araujo. Nach Angaben der Behörde hatte der Mann versucht, sich während einer gezielten Fahndungsaktion der Festnahme zu entziehen.

Menschen legten an jener Stelle Blumen und andere Gegenstände ab, an der Lorenzo Salgado Araujo ...
Menschen legten an jener Stelle Blumen und andere Gegenstände ab, an der Lorenzo Salgado Araujo erschossen wurde.(Bild: AFP/DANIELLE VILLASANA)

Er habe ein Dienstfahrzeug gerammt und versucht, einen Beamten zu überfahren, woraufhin dieser in Notwehr geschossen habe. Der Sohn des Getöteten erklärte dem Sender Telemundo Houston dagegen, sein Vater habe in der Gegend Arbeiter anwerben wollen. Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigten eine Person, die nach dem Vorfall neben einem weißen Lieferwagen am Boden lag.

Brutale Einsätze sorgen für Empörung
Das Vorgehen von ICE hat in diesem Jahr bereits mehrfach für Entsetzen und Unverständnis gesorgt. Vor allem das brutale Gebaren der Einwanderungsbehörde in Minneapolis, wo ICE-Beamte im Jänner zwei US-Staatsbürger erschossen hatten, sorgte für Empörung. Die tödlichen Schüsse führten zu einer Eskalation der Lage und wochenlangen Protesten in der Region Minneapolis – St. Paul. Unter dem Druck der Demonstrationen fuhr die US-Regierung ihren umstrittenen Großeinsatz gegen illegale Einwanderung im  Bundesstaat im Februar zunächst deutlich zurück und beendete ihn schließlich.

Präsident Donald Trump hatte Ende Jänner rund 3000 bewaffnete ICE-Beamte für die sogenannte „Operation Metro Surge“ entsandt. Der demokratische Gouverneur Tim Walz hatte das Vorgehen der Bundesbehörden scharf kritisiert. Der Grenzschutzbeauftragte Tom Homan begründete das Ende des Einsatzes schließlich mit einer engen Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden.

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