Besatzungsmitglied tot

Iran attackiert nach US-Angriffen zwei Öltanker

Ausland
14.07.2026 06:25
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Lage zwischen den USA und dem Iran spitzt sich weiter zu. Das US-Militär hat nach eigenen Angaben erneut iranische Ziele angegriffen – bereits zum dritten Mal in Folge. Der Kriegsgegner beschoss daraufhin zwei Öltanker der Vereinigten Arabischen Emirate in der Straße von Hormuz.

Um 16.45 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste (22.45 Uhr MESZ) hätten die Streitkräfte die neue Angriffswelle begonnen, teilte das zuständige US-Regionalkommando CENTCOM am Montagabend über die Plattform X mit. Die Angriffe würden die Fähigkeit Irans weiter einschränken, Attacken auf „unschuldige Zivilisten“ und die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormuz durchzuführen, hieß es.

Iran meldet Explosionen auf Insel Kish und in Bandar Abbas
Das iranische Staatsfernsehen berichtete in der Nacht auf Dienstag (Ortszeit) von Explosionen auf der Insel Kish sowie in der Hafenstadt Bandar Abbas. Angaben zu möglichen Schäden oder Opfern lagen zunächst nicht vor.

Ein US-Vertreter sagte zuvor gegenüber CNN, dass die USA unter anderem iranische militärische Einrichtungen ins Visier genommen hätten. Dazu zählten demnach Küstenüberwachungssysteme sowie Fähigkeiten im Bereich von Drohnen und Raketen.

Rauchwolke nach einem iranischen Angriff auf Öltanker in der Straße von Hormuz
Rauchwolke nach einem iranischen Angriff auf Öltanker in der Straße von Hormuz(Bild: AP/Razieh Poudat)

Trump in Angriffslaune
Donald Trump hatte die neuen Angriffe kurz vor der Bekanntgabe durch das Militär angekündigt. In einem Radiointerview sagte der US-Präsident am Montagnachmittag (Ortszeit), die USA würden Iran „heute Abend hart treffen – genau wie morgen“. Der Iran könne dagegen nichts unternehmen, fügte Trump hinzu.

Die US-Streitkräfte hatten in den vergangenen Tagen bereits wiederholt iranische Ziele angegriffen. Washington begründete die Militäroperationen mit Angriffen Irans auf Schiffe in der strategisch wichtigen Straße von Hormuz.

Vergeltungsschläge und Sorge vor neuer Eskalation
Der Iran reagierte auf die US-Angriffe mit Vergeltungsschlägen, unter anderem gegen Golfstaaten. Die Vereinigten Arabischen Emirate teilten mit, dass beim Beschuss von zwei Öltankern mit Marschflugkörpern ein Besatzungsmitglied getötet worden sei. Acht weitere Personen wurden verletzt. Zudem seien auf beiden Schiffen Brände ausgebrochen, aber bereits unter Kontrolle gebracht worden. Auch in Bahrain heulten die Alarmsirenen. Die gegenseitigen Angriffe haben in der Region die Sorge vor einem vollständigen Wiederaufflammen des Konflikts verstärkt.

Zusätzlich verschärfte Trump die Spannungen, indem er die Waffenruhe mit Teheran vor wenigen Tagen für beendet erklärte.

USA wollen Blockade iranischer Häfen wieder aufnehmen
Parallel zu den neuen Angriffen kündigte das US-Zentralkommando an, eine maritime Blockade von Schiffen mit Verbindungen zu iranischen Häfen wieder aufzunehmen. Diese solle am Dienstag um 16 Uhr US-Ostküstenzeit (22 Uhr MESZ) offiziell beginnen.

Die Ankündigung wirkte sich bereits auf die Energiemärkte aus. Die weltweiten Ölpreise stiegen am Montag nach Trumps Ankündigung einer erneuten Blockade iranischer Häfen um mehr als neun Prozent.

Trump: „Es war irgendwie ein Test“
Unterdessen äußerte sich Trump auch zur zuletzt vereinbarten Absichtserklärung mit Iran. Er bezeichnete das Memorandum of Understanding (MOU) als eine Art „Test“, den Teheran aus seiner Sicht nicht bestanden habe.

„Es ist eine übliche Taktik in den USA, dass man zu einer Absichtserklärung geht und dann zum Abkommen. Ich habe gesagt: Geht einfach gleich zum Abkommen“, sagte Trump nun in einem Interview. „Aber wissen Sie was? Es war irgendwie ein Test, und sie waren nicht dabei. Sie haben den Test nicht bestanden“, erklärte der Präsident.

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Eine Absichtserklärung bedeutet nicht viel, wenn man es mit Gaunern zu tun hat.

US-Präsident Donald Trump

Trump: Friedensvereinbarung „bedeutet nicht viel“
Trump hatte das MOU zuvor als Vereinbarung dargestellt, die den Konflikt beenden, die Straße von Hormuz wieder öffnen und verhindern sollte, dass Iran eine Atomwaffe entwickelt. Nun sagte er jedoch, eine Absichtserklärung „bedeute nicht viel“.

„Eine Absichtserklärung bedeutet nicht viel, wenn man es mit Gaunern zu tun hat, und sie bedeutet auch nicht viel, wenn man es mit ehrenhaften Menschen zu tun hat, denn es ist eine Absichtserklärung – sie bedeutet nicht viel“, sagte Trump.

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