Farben voller Leben, Landschaften voller Atmosphäre und eine tiefe Verbundenheit mit der Welt vor unserer Haustür: Das kennzeichnete das Schaffen des Linzer Malers Hans Keplinger (1926 – 2015), der heuer seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Die Galerie Königsberg in Oberneukirchen widmet ihm aus diesem Anlass eine Ausstellung.
Der Maler Hans Keplinger zählt zu den bedeutenden Vertretern der oberösterreichischen Nachkriegskunst.
Nach dem Krieg studierte er an der Bundesgewerbeschule Linz bei Paul Ikrath und Franz von Zülow. Ab 1960 war er als freischaffender Künstler tätig. Bekannt wurde er vor allem durch seine Landschaften, Stillleben, Aquarelle und Zeichnungen. Für sein künstlerisches Schaffen erhielt er im Jahr 2002 die Kulturmedaille des Landes Oberösterreich.
Nachkriegszeit: Eine junge Szene probierte Neues aus
Keplinger war in der Nachkriegszeit Teil jener Linzer Kunstszene, die von Persönlichkeiten wie Fritz Wondrak, Fritz Aigner, Karl Hauk und den Künstlern der Zülow-Gruppe geprägt wurde.
Sein malerisches Werk ist bemerkenswert vielseitig. Ausgehend vom kubistischen Erbe fand er zu einer eigenständigen Bildsprache, die abstrakte, expressionistische und mitunter surreale Elemente zu einem „poetischen Expressionismus“ vereinte. Gleichzeitig blieb ihm das gegenständliche Erfassen der Wirklichkeit stets ein wichtiges Anliegen.
Auch ein Chronist von Oberösterreich
Vor allem die Landschaft lag ihm am Herzen, wobei seine Arbeiten oft auch einen dokumentarischen Charakter besitzen. Zu seinen bevorzugten Motiven zählten Stadtgärten, die Landschaften des Mühlviertels, Gartenhütten oder Zirkusmotive.
Galerie in Oberneukirchen, Mühlviertel
Als Maler von Linz und Oberösterreich hinterließ Keplinger ein beeindruckendes künstlerisches Erbe. Dennoch ist sein Name heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Anlässlich seines 100. Geburtstags würdigen heuer gleich zwei Ausstellungen sein Werk: Die Galerie Hofkabinett in Linz zeigte bis vor Kurzem eine Retrospektive, während die Galerie Königsberg in Oberneukirchen noch bis 26. Juli einen umfassenden Einblick in sein Schaffen bietet.
Die Galeriebesitzer Irene und Franz Reisinger präsentieren eindrucksvolle Arbeiten in Öl und Aquarell, welche die Strahlkraft, die Vielfalt und die unverwechselbare Handschrift des Linzer Künstlers eindrucksvoll belegen.
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