Sechs UVP-Verfahren

In den Windkraft-Ausbau kommt langsam Bewegung

Oberösterreich
13.07.2026 13:30
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Geplante Verbotszonen hier, parteipolitischer Gegenwind da – wenn es um den Ausbau von Windkraft geht, braucht man in OÖ einen langen Atem. Trotzdem geht es langsam voran: Bei den UVP-Verfahren für sechs geplante Anlagen wurden zuletzt wichtige Schritte gesetzt. Ein weiteres Projekt ist in der Pipeline. 

Mediale Aufmerksamkeit erregten in der jüngeren Vergangenheit vor allem die geplanten Windparks in Sandl, Vorderweißenbach und im Kobernaußerwald.

Größter geplanter Windpark in Sandl
In Sandl sollten, wie berichtet, ursprünglich 22 Windräder Strom für 125.000 Haushalte erzeugen. Wegen eines Luchsreviers in unmittelbarer Nähe wurde das Projekt auf 19 Anlagen verkleinert. Wie Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) am Montag informierte, ist die öffentliche Auflage der Unterlagen im laufenden UVP-Verfahren abgeschlossen. Noch in diesem Jahr könnte es zu einer mündlichen Verhandlung kommen.

Brisant: Der geplante Windpark liegt in einem vom Land – noch unverbindlich – als Ausschlusszone definierten Gebiet. Laut Elisabeth Mayr, Leiterin der Gruppe UVP- und Wirtschaftsrecht beim Land OÖ, sind zu dem Projekt 119 Stellungnahmen und Einwendungen eingelangt, die nun geprüft werden müssen. Ähnlich weit gediehen wie in Sandl ist das UVP-Verfahren in Königswiesen, wo zehn Anlagen geplant sind.

Ober sticht Unter
Auch in Vorderweißenbach läuft die Umweltverträglichkeitsprüfung für den Windpark Sternwald. Das Projekt – neun Anlagen sind vorgesehen – sorgte zuletzt für Wirbel innerhalb der ÖVP-Regierungsriege: Nachdem Raumordnungslandesrat Markus Achleitner dem Gebiet den Status einer Beschleunigungszone entziehen wollte, overrulte Landeshauptmann Thomas Stelzer seinen Parteifreund und bestätigte die Einstufung als Beschleunigungszone.

Im Kobernaußerwald waren ursprünglich insgesamt 18 Windräder in fünf Gemeinden geplant. Das Projekt musste aber halbiert und bei zwei Windrädern die Höhe reduziert werden, da sich dort Tieffluggebiete des Bundesheeres befinden. Wie dieses Gebiet befindet sich auch der Windpark Steiglberg (neun Anlagen) in einer Beschleunigungszone.

Weiteres Projekt in den Startlöchern
Neu hinzugekommen ist der Windpark Schiffberg (drei Anlagen) in Rainbach im Mühlkreis, der am 6. Juli zur UVP eingereicht wurde. Für ein weiteres Projekt in Windhaag bei Freistadt (drei Anlagen) erwartet die UVP-Behörde demnächst einen Antrag, nachdem das Feststellungsverfahren ergeben hat, dass eine UVP notwendig ist.

Kaineder ist mit dem Fortschritt zufrieden. In Richtung schwarz-blauer Koalition sagt er: „Der nächste Schritt muss sein, die geplanten Verbotszonen für Windkraft endgültig aufzugeben. Oberösterreich braucht Windkraft und keine Windkraftverbote.“ 

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