„Es war ein Riesenerfolg“, heißt es vom Linzer Landestheater. Nach der Premiere im Vorjahr wurde heuer das zweite Monologfestival veranstaltet: Es bespielte in den vergangenen Tagen die Linzer Innenstadt mit kleinen, feinen Produktionen. Man erlebte Theater hautnah – die Aufführungen waren restlos ausverkauft.
Wann bekommt man so etwas schon zu sehen? Nur sechs Personen begleiten einen Schauspieler, der in ärgste Nöte oder Situationen gerät.
„Bin nebenan“ von Ingrid Lausund wurde im Architekturforum gezeigt. Große Schauspielkunst zum Greifen nah bot etwa Markus Ransmayr als hipper, völlig meinungs- und verhaltensreflektierter Upperclass-Yuppie, der den Kauf eines Sofas zur persönlichen Revolte stilisierte – und am Ende doch nicht das bekam, was er eigentlich kaufen wollte. Oder Lorena Emmi Mayer, die während einer Führung durch eine perfekt renovierte Wohnung irgendwann den Schmerz ihrer zerstörten Beziehung herausschrie.
Theater am Schiff auf der Donau
Katharina Hofmann und Jockl Werner gestalteten auf dem Donau-Ausflugsschiff „Walross“ eine Rundfahrt mit Seemannsliedern: „Im Hafen brennt noch Licht“ bündelte Lieder und Texte über Liebe, Sehnsucht, Weite und das Meer – fernab bekannter Gassenhauer. Innig und berührend, aber auch deftig und voller brachialer Hafenlust. Zum Weinen schön und zum Brüllen komisch.
Komiker mit Kultstatus
Die hohe Kunst des Missverstehens und Aneinander-vorbei-Redens zelebrierten Helmut Häusler und Eva-Maria Aichner im Keplersalon mit „I sag gar nix – berühmte Szenen“ nach Karl Valentin und Liesl Karlstadt.
Auf Tuchfühlung mit dem Theaterspielen
Klaus Müller-Beck präsentierte im Salzamt „All das Schöne“ von Duncan Macmillan und blickte darin von außen auf ein Leben. Für die Nebenrollen holte er Personen aus dem Publikum auf die Bühne und führte sie so feinfühlig, dass sie ihm schauspielerisch beinahe ebenbürtig wurden. Eine lebensbejahende Geschichte voller Emotionen.
Literaturjunkies
Christian Higer und Katharina Hofmann belegten in der Landesbibliothek mit „Der Bibliomane“ von Gustave Flaubert und „Die souveräne Leserin“ von Alan Bennett die schaurige, weltbewegende und mitunter selbstzerstörerische Wirkung von Literatur und Büchern.
Den passenden Schlusspunkt setzte das Finale des Monologfestivals. Im Hinterhof des HP23 (Hauptplatz 23) wurde ein Brunch mit schwarzem Humor serviert – gestaltet vom brillanten Georg-Kreisler-Interpreten Christian Higer und Pianisten Jockl Werner, unterstützt von Angela Waidmann, Lisa-Katrina Mayer und Katharina Hofmann.
Fazit: Das Monologfestival war restlos ausverkauft. Es ist eine Wohltat, ein paar Tage hintereinander Theater aufzusaugen, zu genießen, Leute wiederzutreffen. Es gelang ein richtiges Festivalflair.
Das Monologfestival wird – aus jetziger Sicht – auch im kommenden Jahr wieder stattfinden, heißt es vom Landestheater.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.