„Hatte großes Messer“

Geisel-Drama: Frau ganze Nacht festgehalten

Deutschland
11.07.2026 09:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mehr als elf Stunden lang war eine Supermarkt-Mitarbeiterin in Berlin in der Gewalt eines Geisel-Nehmers. Am Samstagvormittag konnte die Frau endlich befreit werden. Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar, ein Augenzeuge berichtet, dass der Geisel-Nehmer ein „sehr großes“ Messer gezückt hatte.

„Der Täter ist überwältigt und die Geisel befreit“, sagte ein Polizeisprecher am Samstagvormittag. Zuvor hatte der Mann seit dem späten Abend eine Mitarbeiterin eines Rewe-Markts in der deutschen Hauptstadt Berlin als Geisel gehalten. Die Polizeibeamten setzten einen Taser ein, um den Mann zu überwältigen, er und die befreite Frau wurden leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht. Die Frau stehe unter Schock, sagte ein Polizeisprecher.

Kurz nach 22.00 Uhr am Freitag hatte der Täter die Frau in seine Gewalt gebracht und bedroht, wie ein Polizeisprecher sagte. Laut der Berliner Polizei stellte der Mann die ganze Nacht über unterschiedliche Forderungen. „Das waren Impulsforderungen, die sich im schwer nachvollziehbaren Bereich abgespielt haben“, so der Sprecher. Sie hätten keinen „akribischen Tatplan widergespiegelt“.

Die Berliner Polizei berichtete in den sozialen Medien über die Geiselnahme:

Die Hintergründe der Tat sind noch unklar, die Polizei machte keine näheren Angaben zu Alter oder Nationalität des Mannes. Nach ersten Erkenntnissen sollen der Mann und die Geisel vor der Tat in keiner Beziehung zueinander gestanden haben.

Mitarbeiter sah „funkelndes Messer“
Ein Mitarbeiter des betroffenen Rewe-Supermarkts schilderte, wie er die Geiselnahme aus nächster Nähe miterlebt hat. „Ich bin geschockt“, sagte der 22-Jährige zu mehreren Journalisten. Der Supermarkt war laut ihm kurz vor der Schließung. Er habe die übrigen Kunden rausschicken wollen, als ein Mann ein Messer gezogen habe. „Das Messer war schon sehr groß“, berichtet er.

Am Freitagabend hatte der Mann die Frau als Geisel genommen:

Er arbeite als Minijobber in der Filiale. „Ich habe nicht viel gesehen, es ist alles sehr schnell passiert. Man konnte auch nicht viel erkennen.“ Das „funkelnde Messer“ habe er aber gesehen. Er sei dann mit einer anderen Mitarbeiterin rausgelaufen und habe die Polizei gerufen. Die Frau ist nach Angaben des 22-Jährigen eine Mitarbeiterin. „Sie war einfach am falschen Ort zum falschen Zeitpunkt“, sagte er. „Ich wünsche, dass alles gut ist, dass sie nicht verletzt ist, dass alles gut ausgeht.“ Die Polizei hat die Schilderungen des 22-Jährigen weder bestätigt noch dementiert.

Großeinsatz der Polizei
Der Supermarkt befindet sich im Stadtteil Marienfelde in der Hildburghauser Straße, an der Ecke zum Tirschenreuther Ring. Der Supermarkt ist großräumig abgesperrt, wie ein Reporter berichtete. Das Spezialeinsatzkommando (SEK) war vor dem Gebäude positioniert. Zahlreiche Polizeifahrzeuge, Rettungswagen und die Feuerwehr waren am Tatort. Am frühen Morgen stellten die Beamten eine Leiter ans Gebäude und verschafften sich einen Blick in den Markt.

Angestellte stehen vor Supermarkt
Hinter der Absperrung, mit Blick auf den Markt, harrten einige Angestellte des Supermarkts aus. Sie hatten dünne Stoffdecken umgelegt, die ihnen der Rettungsdienst bereitgestellt hatte. Sie dürften sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Geschäft befunden haben. In der Nacht waren die Straßen rund um den Tatort nahezu menschenleer. Nur vereinzelte Passanten waren unterwegs.

Marienfelde liegt im Bezirk Tempelhof-Schöneberg am südlichen Rand der Hauptstadt, weit entfernt vom Berliner Stadtgeschehen. Es ist eine ruhige Wohngegend, geprägt von Einfamilienhäusern und mehrstöckigen Wohnbauten. In der Gegend befinden sich mehrere Schulen und Kindertagesstätten.

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