Junger Brite gefasst

Brexit-Politikerin ermordet in ihrem Haus entdeckt

Ausland
10.07.2026 19:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine langjährige britische Abgeordnete und beinharte Brexit-Befürworterin ist mit schwersten Verletzungen in ihrer Wohnung aufgefunden worden. Die Polizei hat Mordermittlungen aufgenommen – ein 26-jähriger Brite wurde in Zusammenhang mit der Bluttat bereits festgenommen. 

Ann Widdecombe wurde am Donnerstag tot in ihrem Zuhause in Haytor in der englischen Grafschaft Devon entdeckt. „Unsere Mordermittlungen befinden sich noch in einem frühen Stadium, schreiten aber mit hohem Tempo voran“, sagte Detective Chief Inspector Ilona Rosson.

„Der Verdächtige, ein weißer britischer Staatsbürger, befindet sich weiterhin in Polizeigewahrsam, während die Ermittlungen andauern“, erklärte die Exekutive. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Fall nicht als Terrorismus eingestuft. Es gebe keine Hinweise darauf, dass der Angriff politisch motiviert war.

Die Politikerin trat auch im Unterhaltungsprogramm auf, wie in der Tanzshow „Strictly come dancing“:

Ermittlungen laufen auf Hochtouren
„Das Grundstück ist weiterhin abgesperrt, während Spezialkräfte die Spurensicherung fortsetzen. Die umliegenden Straßen sind gesperrt, und die Öffentlichkeit wird in dem Gebiet verstärkte Polizeipräsenz beobachten, während Kriminalbeamte und andere Polizisten weiterhin Hausbefragungen durchführen und Videoaufnahmen auswerten“, wurde bei einer Pressekonferenz erklärt.

Innenministerin Mahmood: Umstände „äußerst erschütternd“
Widdecombe war jahrelang Abgeordnete für die Konservativen im britischen Parlament und saß schließlich als überzeugte Befürworterin des EU-Austritts für die Brexit-Partei als Abgeordnete im Europäischen Parlament. Die zum Katholizismus übergetretene Politikerin vertrat zudem ultrakonservative Ansichten. So forderte sie etwa die Wiedereinführung der Todesstrafe, sprach sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und die Selbstbestimmung von Transpersonen über deren Geschlecht aus.

Auch im britischen Unterhaltungsfernsehen war sie keine Unbekannte: So trat Widdecombe etwa bei der Tanzshow „Strictly Come Dancing“ und bei „Celebrity Big Brother“ auf.

Innenministerin Shabana Mahmood bezeichnete den Tod der ehemaligen Abgeordneten als „äußerst erschütternd“. „Das Innenministerium ist bereit, bei den laufenden Ermittlungen jede erforderliche Unterstützung zu leisten“, schrieb die Labour-Politikerin in einem X-Beitrag. Sie rief die Bevölkerung dazu auf, Spekulationen zu vermeiden. Auch der britische Premierminister Keir Starmer zeigte sich bestürzt und sprach der Nachrichtenagentur PA zufolge von einer „sehr schockierenden Nachricht“.

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