Um Österreichs Innovationskraft zu stärken, stellen Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) und Innovationsminister Peter Hanke (SPÖ) die Forschungsförderung neu auf. Künftig sollen die Milliardenförderungen gezielter in Schlüsseltechnologien fließen und stärker an wirtschaftlichen Ergebnissen gemessen werden.
Österreich investiert im Vergleich zu anderen Ländern viel Geld in die Forschung. Gemessen am BIP liegt die Forschungsquote heuer bei rund 3,3 Prozent, bei den öffentlichen Forschungsausgaben liegen wir sogar im europäischen Spitzenfeld. In der aktuellen europäischen „Innovationsrangliste“ („European Innovation Scoreboard“) belegen wir jedoch „nur“ den achten Platz.
„Unser Anspruch ist es, dass Input und Output besser zusammenpassen. Wenn wir oben die Drittbesten im Hineinstecken sind, dann können wir unten nicht nur die Achtbesten im Output sein“, betont Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Konzentration auf strategische Schlüsseltechnologien
Herzstück der Reform ist die stärkere Konzentration auf unsere Schlüsseltechnologien. Von den rund 5,5 Milliarden Euro des Forschungs-, Technologie- und Innovationspakts sollen mit 2,6 Milliarden Euro rund die Hälfte gezielt in Zukunftsbereiche fließen. Bis zum Jahresende sollen dafür die Finanzierungsvereinbarungen mit den Forschungsagenturen für die Periode 2027 bis 2029 neu aufgestellt werden.
Ziel sei es, weg von der Gießkanne zu kommen. Hattmannsdorfer: „Österreich wird nicht über seine Größe, sondern über technologische Spitzenleistungen und seine Hidden Champions erfolgreich sein.“
Quantencluster macht den Auftakt
Neun für Österreich wichtige Schlüsseltechnologien haben die beiden Minister für die Neuaufstellung definiert. Zum Auftakt gestartet wird mit einem österreichischen Quantencluster. Bei Patenten in diesem Bereich liegen wir in Europa auf Platz zwei. Nach dem Vorbild des sogenannten „Quantum Delta“, einer niederländischen Initiative für Quantentechnologie, sollen alle Beteiligten (Forschung, Firmen, Förderstellen usw.) künftig enger zusammenarbeiten.
Ebenso werden erstmals konkrete wirtschaftliche Erfolgskennzahlen wie Zahl der angemeldeten Patente, private Folgeinvestitionen oder erfolgreiche Ausgründungen („Spin-off“) vorgegeben. Ein weiterer Schwerpunkt ist das „Made-in-Europe“-Prinzip. Damit soll sichergestellt werden, dass mit öffentlichen Geldern möglichst Wertschöpfung in Österreich bzw. Europa geschaffen wird und nicht beispielsweise in China.
Maßnahmen sollen uns zu „Innovatoren“ machen
Mit der Reform wollen Hattmannsdorfer und Hanke Österreich vom achten Platz und dem Kreis der „starken Innovatoren“ („Strong Innovators“) näher an die europäischen „Innovationsführer“ („Innovation Leader“) heranführen.
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