Milliarden-Vorteil?

Gasschatz für Österreich im Schwarzen Meer

Wirtschaft
09.07.2026 09:00
Porträt von Georg Wailand
Von Georg Wailand

Durch das OMV-Projekt im Schwarzen Meer könnten wir uns viele Milliarden ersparen. Aber: Die Pipeline von Rumänien über Ungarn nach Österreich muss 2027 endlich fertig sein.

Mit dem Produktionsstart des Offshore-Gasfeldes Neptun Deep im Schwarzen Meer wird Rumänien seine Erdgasförderung ab 2027 nahezu verdoppeln, rein rechnerisch könnte die zusätzliche Produktion unseren Jahresbedarf vollständig decken.

Österreich nimmt eine Schlüsselstellung ein: Wir sind nicht nur potenzieller Abnehmer des Gases, sondern über die OMV Petrom maßgeblich an der Erschließung beteiligt. Das Projekt wird von OMV Petrom gemeinsam mit der staatlichen Romgaz entwickelt. OMV Petrom hält 50 Prozent an Neptun Deep und wird mehrheitlich von der OMV kontrolliert.

„Österreich steht vor einer historischen Chance: Ab 2027 könnte unser Land für zumindest zehn Jahre große Mengen wettbewerbsfähigen Erdgases aus Rumänien beziehen“, kommentiert Cornelius Granig, Vorstand des Rumänien-Instituts, diese Entwicklung.

Zitat Icon

Rumänisches Pipelinegas könnte um zehn bis 20 Prozent günstiger sein.

Cornelius Granig, Rumänien-Institut

Nach dem abrupten Ende der Lieferungen von günstigem „Russen-Gas“ musste Österreich auf teurere Bezüge von Flüssiggas aus den USA oder Katar umsteigen. Bei Pipelinegas aus Rumänien entfallen hingegen die kostenintensive Verflüssigung, der Schiffstransport und die Regasifizierung.

Kleines Stück Pipeline fehlt noch
Insgesamt könnte sich durch diese neue Gasquelle ein Milliarden-Vorteil ergeben. Granig: „Unter normalen Marktbedingungen könnte rumänisches Pipelinegas gegenüber einem Großteil der heutigen Gasimporte um zehn bis 20 Prozent günstiger sein, in Phasen hoher Flüssiggas-Preise sogar um 20 bis 30 Prozent.“ Um die Mengen zu beziehen, fehlt noch ein kleines Stück der Pipeline in Ungarn, die Kosten betragen rund 300 Millionen Euro.

„Voraussetzung ist, dass die Politik rasch handelt. Der Ausbau der BRUA-Pipeline (Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Österreich) bis zum Gasverteilungszentrum Baumgarten muss vor dem Produktionsbeginn 2027 verbindlich vorbereitet und umgesetzt werden“, sagt Granig.

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