Eine Mitarbeiterin der Tiroler Soziale Dienste (TSD) schlug Geschäftsführer Florian Stolz erfolgreich einen „Deal“ vor, um eine satte Abfertigung zu erhalten. Die stand ihr nicht zu, sie bekam das Geld dennoch.
Innerhalb der Belegschaft der Tiroler Soziale Dienste rumort es weiter. Mitarbeiter sind empört darüber, wie es einer früheren Kollegin gelang, im Zuge ihres freiwilligen Abgangs einen „Golden Handshake“ in der Höhe von fast 30.000 Euro zu erlangen – noch dazu angesichts der prekären finanziellen Lage der TSD.
„Angebot“ an LHStv. Philip Wohlgemuth
Die – inzwischen ehemalige – Mitarbeiterin war schon im Herbst in den Krankenstand getreten. Vor Weihnachten erhielt sie einen Termin beim politisch zuständigen LHStv. Philip Wohlgemuth, an dem auch TSD-Geschäftsführer Florian Stolz teilnahm. Dabei machte sie den Verantwortlichen ein „Angebot“, das der „Tiroler Krone“ vorliegt. Das Ziel: ein „Golden Handshake“!
Betriebsvereinbarung galt nicht
Besagte Mitarbeiterin wollte Ende des Vorjahres – laut GF Stolz aus gesundheitlichen Gründen – eine einvernehmliche Auflösung ihres Dienstverhältnisses. Der in einer Betriebsvereinbarung festgelegte Sozialplan galt für sie jedoch nicht, weil es sich um eine leitende Mitarbeiterin handelte.
Es ist nicht meine Aufgabe, derartige Vereinbarungen freizugeben oder Vorgehensweisen zuzustimmen. Und das ist auch nicht erfolgt.

LHStv. Philip Wohlgemuth (SP)
Bild: Christof Birbaumer
Weg zu Sozialplan vorskizziert
In einem zusammenfassenden Schreiben im Anschluss an den Termin, das der „Krone“ ebenfalls vorliegt, schlug sie vor, von ihrer leitenden Position zurückzutreten und in ihre Ursprungsstelle des Projektmanagements zurückzukehren. Dann würde sie das Unternehmen verlassen – „mit einer gewissen finanziellen Sicherheit“.
„Auf Genesung konzentrieren“
„Somit wären alle Anforderungen für die Gewährung des Sozialplans erfüllt“, schrieb sie. Sie könne sich folglich auf ihre Genesung konzentrieren und das Unternehmen bliebe von einem längeren Krankenstand einer begünstigt behinderten Mitarbeiterin verschont.
Im Krankenstand Werbung für neue Tätigkeit gemacht
Stichwort „Krankenstand“: Der Krankenstand hinderte die TSD-Mitarbeiterin nicht, während dieser Zeit in den sozialen Medien Werbung für ihre berufliche (!) Tätigkeit als freie Rednerin zu betreiben. In dieser Tätigkeit ist die offenbar Wiedergenesene jetzt aktiv.
Golden Handshake“ brachte fast 30.000 Euro
Der „Plan“ ging jedenfalls auf, laut „Krone“-Informationen flossen fast 30.000 Euro an die frühere Mitarbeiterin. Dies sehr zum Leidwesen des Betriebsrates. „Wir sind überzeugt, dass ihr der Sozialplan nicht zusteht“, zeigten sich die Betriebsräte empört sowohl über das Vorgehen als auch den satten Geldfluss.
Betriebsvereinbarung kontra Stolz-Meinung
„Ausbezahlt wurden ausschließlich jene Leistungen, die auf Grundlage der Betriebsvereinbarung zum Sozialplan vorgesehen waren“, teilte GF Stolz mit. Gegenüber der „Krone“ meinte er auch, dass der Sozialplan grundsätzlich für alle Mitarbeiter gelte. Diese Aussage widerspricht allerdings klar der Betriebsvereinbarung.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.