In der Nähe des Hotels in Syriens Hauptstadt Damaskus, in dem der französische Präsident Emmanuel Macron die Nacht verbracht hat, sind am Dienstag laut syrischen Sicherheitskreisen zwei Bomben explodiert – eine in einem Mülleimer, eine zweite in einem Fahrzeug.
Reporter der Nachrichtenagentur AFP hörten die Explosionen und sahen Rauch über dem Viertel aufsteigen. Macron sei zum Zeitpunkt der Explosionen bereits nicht mehr im Hotel, sondern im syrischen Präsidentenpalast zu Gesprächen mit dem syrischen Interimspräsidenten Ahmed al-Sharaa gewesen, beruhigt der Elysée-Palast. Der französische Präsident sei sicher und wohlauf.
Reise wird fortgesetzt
Macron war am Montag in Syrien eingetroffen. Französische Behörden hatten seine Reise bis zu seiner Ankunft geheim gehalten und dies unter anderem mit Sicherheitsbedenken begründet. Die syrischen Behörden hatten am Sonntag einen Besuch Macrons angekündigt, ohne jedoch ein Datum zu nennen. Macron will seine Reise wie geplant fortsetzen.
Aus Sicherheitsgründen nannte das französische Präsidialamt jedoch keine näheren Details zu den Programmpunkten des Besuchs. Am Dienstag soll es demnach ein offizielles Treffen Macrons mit Sharaa und eine gemeinsame Pressekonferenz geben. Später am Dienstag will Macron zum NATO-Gipfel in die türkische Hauptstadt Ankara weiterreisen.
Im Onlinedienst X (siehe unten) schrieb Macron, er komme, um „Frankreichs Engagement für das syrische Volk zu bekräftigen“. Es gehe um Unterstützung „für ein souveränes Syrien, das in seiner Vielfalt vereint ist und mit seinen Nachbarn in Frieden lebt“.
„Historischer Besuch“
Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA schrieb von einem „historischen Besuch“ und einem „entscheidenden Meilenstein zur Wiederherstellung der internationalen Präsenz Syriens“. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern gingen dadurch in eine „neue Phase“ über, die „auf gegenseitigem Respekt und einer ausgeglichenen Partnerschaft“ beruhe.
Bei seinem Besuch wollte Macron laut dem Elysée-Palast auch eine Reihe von Kunstschätzen an Syrien zurückgeben. Es handelt sich um 23 archäologische Objekte, die 2010 dem Institut du monde arabe in Paris geliehen und wegen des syrischen Bürgerkriegs nicht zurückgebracht worden seien.
Wiederholt Anschläge
Seit dem Sturz Assads durch islamistische Milizen im Dezember 2024 hat es in Damaskus mehrere Anschläge gegeben. Am vergangenen Donnerstag waren bei einem Bombenanschlag in einem Café in der Innenstadt zehn Menschen getötet und 21 weitere verletzt worden. Bisher bekannte sich niemand zu der Tat.
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