Seehaus-Besitzer in Neusiedl am See schlagen Alarm: immer mehr Events, immer weniger Ruhe! Die Angst vor dem kommenden Sommer wächst, der Ruf nach Regeln wird lauter.
Eigentlich sollte hier Erholung zuhause sein. Doch für viele Besitzer der Seehäuser am Pier wird genau diese immer seltener. Lärm, Verkehrschaos und fehlende Kontrollen sorgen für wachsenden Unmut und für Sorge vor dem kommenden Sommer. Dabei stellen die Anrainer klar: „Es geht nicht darum, Veranstaltungen zu verhindern.“ Events wie das Surf-Opening seien wichtig für die Stadt. Doch ohne klare Regeln und verbindliche Zeiten werde aus Belebung schnell Belastung.
Nicht gegen Feste, sondern für klare Regeln
Auslöser der jüngsten Kritik war die Eisdisco im Strandbad. Erstmals seit rund 30 Jahren wurde dort wieder auf dem zugefrorenen See gefeiert. 6000 Besucher strömten in die Partyzone, die eigens präparierte Eisfläche war dicht gefüllt. Der große Andrang brachte jedoch massive Probleme mit sich. „Als Anrainer brauchst du plötzlich eineinhalb Stunden für eine Strecke, die sonst fünf Minuten dauert, nur um nach Hause zu kommen“, schildert ein Betroffener. Zusätzlich sorgt die Organisation für Ärger.
Als Anrainer brauchst du plötzlich eineinhalb Stunden für eine Strecke, die sonst fünf Minuten dauert, nur um nach Hause zu kommen.
Ein verärgerter Anrainer
Laut Anrainern sei die Veranstaltung erst ab 15 Uhr genehmigt gewesen, begonnen habe sie jedoch bereits zu Mittag. „Die Stadtgemeinde weiß genau, worum es uns geht“, sagen die Bewohner. „Wir sind ja nicht im Prater.“
Probleme seit Jahren
Für zusätzlichen Ärger sorgen ein Lokal und ein Imbissstand in unmittelbarer Nähe. Zweimal pro Woche gibt es dort im Sommer Livemusik. „Wir haben dann 80 Dezibel auf der Terrasse“, erzählt eine Anrainerin. „Da hörst du selbst im Haus den Fernseher trotz voller Lautstärke nicht mehr.“ Die Probleme bestünden seit Jahren, Verständnis gebe es kaum. „Von der Stadtgemeinde heißt es immer nur, alles sei genehmigt. Genau dort endet unser Verständnis.“
Stadtgemeinde verweist auf Genehmigungen
Die Stadtgemeinde verweist hingegen auch darauf, dass das Adventdorf mittlerweile wieder verlegt worden sei. Für heuer stehe zudem bereits fest, dass es kein ORF-Sommerfest geben wird. Ob das „Street Food Festival“ zurückkehrt, sei noch offen. Auf die Frage, wie viele Veranstaltungen in besagtem Lokal genehmigt sind, gab es seitens der Stadt übrigens keine Antwort.
Zwischen Belebung und Belastung
Die Anrainer betonen dennoch erneut: Niemand stelle das Veranstaltungsleben in Neusiedl infrage. Tourismus sei wichtig, Feste gehörten zur Stadt. Doch zwischen Belebung und Belastung brauche es klare Grenzen. Mit Blick auf den Sommer fordern sie nun transparente Genehmigungen, verbindliche Regeln und Kontrollen, die eingehalten werden.
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