Sechs von zehn Unternehmen in Österreich sind Ein-Personen-Firmen. Im aktuellen Budget gibt es zwar einige Maßnahmen für die Wirtschaft, die kleinen Firmen sehen sich aber benachteiligt. In einem offenen Brief erinnern die Handelsagenten die Wirtschaftskammer daran, auch für die kleinen Unternehmer da zu sein.
Lohnnebenkostensenkung, Industriestrom – es gibt durchaus ein paar größere Maßnahmen im Doppelbudget der Regierung, die der Wirtschaft zugutekommen sollen. „Maßnahmen für größere Unternehmen sind vorgesehen, für die Mehrheit der österreichischen Unternehmerinnen und Unternehmer ist hingegen wenig enthalten, das ihre tägliche Belastung tatsächlich reduziert“, kritisiert das Bundesgremium der Handelsagenten in einem offenen Brief. 60 Prozent der Firmen in Österreich sind Ein-Personen-Unternehmen (EPU).
Mehrere Maßnahmen gefordert
Handelsagenten – früher: Handelsvertreter – sind im Alltag sehr vom Auto abhängig. Die Pkw-Angemessenheitsgrenze – auch bekannt als Luxustangente – wurde seit über 20 Jahren praktisch nicht verändert. Außerdem pocht die Branche auf steuerliche Änderungen. Verliert ein Handelsvertreter einen Kunden, bekommt er eine Ausgleichszahlung, dieser Umsatz sollte, geht es nach den EPU, auf die nächsten Jahre aufgeteilt werden, was die Steuerlast senkt. Derzeit fällt das einmalig an und wird einmalig besteuert. Es fallen daher besonders viele Abgaben genau dann an, wenn der Unternehmer einen Kunden verliert.
Im vorliegenden Doppelbudget sehen sich die EPU jedenfalls, „unter die Räder kommen“. Kaum eine Maßnahme bringe den „Kleinen“ etwas, dabei könnten „kleine Maßnahmen große Wirkung entfalten“. „Viele EPU kämpfen mit steigenden Kosten, zunehmender Bürokratie, schwacher Nachfrage und steuerlichen Rahmenbedingungen, die mit ihrer tatsächlichen Leistungsfähigkeit immer weniger übereinstimmen“, heißt es im Brief.
Die adressierte Wirtschaftskammer antwortete auf den Brief, passiert ist politisch aber wenig wenig. Nächste Woche finden die Parlamentssitzungen zum Budget statt. Gegenüber der Kammer fühlt sich Gremialchef Robert Hieger nicht immer ausreichend vertreten. „Vertreten wir nicht nur jene, die über große Organisationen, eigene Lobbystrukturen und unmittelbaren politischen Zugang verfügen“, schreibt er an die WKÖ-Spitze.
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