Bitteres Aus

Diese Pralinen wird es bald nicht mehr geben

Wirtschaft
02.07.2026 18:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Alle Mühen waren vergebens: Es konnte kein Investor gefunden, die Insolvenz nicht überstanden werden. Nun muss die traditionsreiche deutsche Schokoladenmanufaktur DreiMeister für immer schließen.

Bei einer Betriebsversammlung am 1. Juli wurde das seit längerem Befürchtete ausgesprochen: Alle verbliebenen Mitarbeiter werden gekündigt, berichtet die „Bild Zeitung“. Erst im Mai hatte der Konzern Insolvenz angemeldet. Die Angestellten trifft diese Hiobsbotschaft besonders hart. Viele von ihnen waren seit langer Zeit dort beschäftigt. „In der Belegschaft war ein starker Zusammenhalt untereinander zu spüren und eine Loyalität gegenüber dem Unternehmen“, schilderte Insolvenzverwalter Michael Schütte.

Die Insolvenzmasse soll nicht mehr zur Zahlung der Gehälter während der Kündigungsfrist ausreichen. Daher haben alle Betroffenen Anspruch auf Arbeitslosengeld. „Mitarbeiter der Agentur für Arbeit waren deshalb bereits bei der Betriebsversammlung vor Ort und halfen den Angestellten bei den notwendigen Formalitäten. So musste wenigstens nicht jeder Einzelne noch zum Arbeitsamt“, so Schütte.

Kostenexplosion wegen multipler Krisen
Die Ursachen für das wirtschaftliche Scheitern reichen bereits mehrere Jahre zurück: Insolvenzen von Kunden, stark gestiegene Rohstoffpreise und Ernteausfälle setzten dem Unternehmen demnach zu. Auch die Expansionspläne von Geschäftsführer Markus Luckey standen unter keinem guten Stern. Angedacht sei gewesen, DreiMeister breiter aufzustellen und auch günstigere Produkte einzuführen. Die dafür notwendigen Investitionen fielen allerdings in eine sehr schwierige Zeit. Die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg und die Energiekrise ließen die Kosten in die Höhe schnellen.

Letztlich wagte sich auch kein Investor mehr an das schwierige Projekt. Denn laut Schütte war es kaum möglich, die Zukunft des Herstellers realistisch einzuschätzen. „Damit fehlte die Grundlage, um die künftigen Umsätze verlässlich zu kalkulieren“, erklärte er.

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