Riesiger Waldbrand

Torfmoor in Belgien brennt – Sorgen wegen Rauch

Ausland
16.08.2026 18:20
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im belgischen Naturschutzgebiet Hohe Venn ist ein Brand ausgebrochen. Das Gebiet besteht aus Torfflächen und Heideland, in denen schwereres Gerät schnell einsinkt. Daher ist Hilfe aus der Luft entscheidend. Am Sonntag kämpften mehr als 250 Einsatzkräfte gegen die Flammen.

Im Einsatz waren unter anderem Löschflugzeuge. Sie erhielten Unterstützung von zahlreichen Landwirtinnen und Landwirten in der Region, die mit ihren Traktoren Wassertanks brachten. Der Waldbrand im Hohen Venn ist der größte in der Geschichte Belgiens. Bis zu 3000 Hektar Land sind inzwischen verbrannt, das entspricht einer Fläche von umgerechnet 4200 Fußballfeldern. Der bisher größte Waldbrand tobte 2011 und zerstörte ungefähr 1400 Hektar.

In der nahegelegenen deutschen Stadt Monschau in Nordrhein-Westfalen (Deutschland) wurde den Bewohnerinnen und Bewohnern bereits empfohlen, ihre Häuser wegen drohender Rauchbelastung zu verlassen. Laut Regierungsangaben brachten die Feuerwehrleute diese Front inzwischen aber unter Kontrolle. Der Brandgeruch hing bis nach Rheinland-Pfalz in der Luft.

Der Waldbrand im Hohen Venn ist der größte in der Geschichte Belgiens.
Der Waldbrand im Hohen Venn ist der größte in der Geschichte Belgiens.(Bild: AFP/NICOLAS LAMBERT)
Aufgrund der Torfflächen und des Heidelands ist Hilfe aus der Luft entscheidend.
Aufgrund der Torfflächen und des Heidelands ist Hilfe aus der Luft entscheidend.(Bild: AFP/JOHN THYS)
In der deutschen Eifelgemeinde Hürtgenwald konnten die Menschen wieder in ihre Häuser ...
In der deutschen Eifelgemeinde Hürtgenwald konnten die Menschen wieder in ihre Häuser zurückkehren.(Bild: EPA/CHRISTOPHER NEUNDORF)

Entspannung in Deutschland
Ungefähr 30 Kilometer entfernt konnten die Bewohnerinnen und Bewohner in der deutschen Eifelgemeinde Hürtgenwald in ihre Häuser zurückkehren. Dort hatte ein Waldbrand etwa 300 Hektar Land verwüstet, die Flammen waren bis auf 250 Meter an Grundstücke herangerückt. Die Feuerwehrleute waren seit Donnerstag im Einsatz. Im Hürtgenwald liegen noch viele Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg, weil dort Ende 1944 eine große Schlacht im Zuge des Vorrückens der Alliierten stattgefunden hatte. Das erschwerte die Brandbekämpfung.

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Und darüber muss man nachdenken, wie verantwortungslos die Leute in der Gegend rumrennen, einfach irgendwas wegwerfen.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul

Landrat Ralf Nolten (CDU) sprach am Samstag von „kontrolliertem Arbeiten“. „Ich denke an die Menschen, die hier leben und die um ihr Häuschen fürchten. Um die müssen wir uns jetzt kümmern, und diesen Job, den erfüllen all diese 1400 Leute, die hier unterwegs sind. Alle helfen mit, ich finde das grandios. Und darüber hinaus viele Freiwillige“, lobte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU). Das Feuer sei durch „irgendeinen Idioten“ entstanden. „(...) Und darüber muss man nachdenken, wie verantwortungslos die Leute in der Gegend rumrennen, einfach irgendwas wegwerfen. Das ist das eigentliche Problem (...)“, zeigte er sich verärgert.

Fünf Verletzte
Insgesamt waren zwischenzeitlich ungefähr 2000 Menschen vor den Flammen in Sicherheit gebracht worden. Fünf Menschen wurden verletzt, darunter vier Einsatzkräfte und eine ältere Person, die bei der Evakuierung Herzprobleme bekommen hat.

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