Nach der deutschen WM-Blamage im Sechzehntelfinale gegen Paraguay rauchen beim DFB nun die Köpfe: Es werden Krisensitzungen folgen – und womöglich gibt es auch eine schnelle Entscheidung. Eine geplante Pressekonferenz mit Julian Nagelsmann wurde überraschend abgesagt. Jetzt hat sich DFB-Präsident Bernd Neuendorf zu Wort gemeldet.
Eine Entscheidung über die Zukunft von Nagelsmann hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zunächst vertagt. DFB-Präsident Neuendorf äußerte sich im Teamquartier der Deutschen in Winston-Salem vor der individuellen Abreise der Nationalspieler um Kapitän Joshua Kimmich in einer Mitteilung: „Nach der bitteren Niederlage gegen Paraguay und dem Ausscheiden bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko habe ich gestern noch länger mit Bundestrainer Julian Nagelsmann und der sportlichen Leitung um Andreas Rettig und Rudi Völler zusammengesessen. Wir sind uns einig, dass das Abschneiden bei der WM nicht unseren Ansprüchen genügt.“
Neuendorf kündigte an, dass man „gemeinsam und in Ruhe“ die Gründe erörtern werde, „weshalb die Mannschaft ihr vorhandenes Potenzial nicht hat abrufen können und ihren eigenen und den Erwartungen Fußball-Deutschlands nicht gerecht geworden ist“. Der 64-Jährige stellte abschließend fest: „Wir können und wollen nach einem derartigen Tiefschlag mit Blick auf die anstehenden Aufgaben nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.“
Eigentlich war für 13 Uhr Ortszeit (19 Uhr MEZ) noch eine abschließende Pressekonferenz mit Nagelsmann geplant gewesen. Stattdessen wird das deutsche Team direkt die Heimreise antreten.
Klopp statt Nagelsmann?
Nach dem frühen WM-Aus weiß auch Nagelsmann, dass er momentan keinen Rückhalt hat, der Kredit nach fast drei Jahren im Amt mit großen Ankündigungen und wenig Ertrag aufgebraucht ist. „Wenn man heute eine Umfrage macht, dann habe ich die nicht“, sagte er über die Unterstützung der Fans. Viele wünschen sich nun Jürgen Klopp als neuen Trainer der deutschen Nationalmannschaft.
„Wenn du in der ersten K.-o.-Runde ausscheidest bei so einem großen Turnier mit 48 Mannschaften, ist das deutlich zu wenig für den deutschen Fußball“, räumte Nagelsmann ein.
Familienzeit, Kimmich und Neuer
Einige seiner Entscheidungen werden in den deutschen Medien kritisch gesehen. So setzte er etwa mit seinem Familienansatz auf Harmonie statt auf Leistungsprinzip. Auch seine (unglückliche) Kommunikation war – auch schon vor der WM – immer wieder Gesprächsthema.

Kapitän Joshua Kimmich nicht ins Zentrum des Spiels zu platzieren, sei eine fatale Fehlentscheidung gewesen, heißt es. Und die Rückholaktion von Star-Keeper Manuel Neuer sorgte für mehr Unruhe als Ertrag. Die lange DFB-Karriere des Rekordtorwarts endet mit einem Albtraum …
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