Jubel nach Sensation

Nach „Heldentat“ bei WM gibt’s neuen Feiertag

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Von krone Sport

In Paraguay ist der 30. Juni nach der Überraschung gegen Deutschland bei der Fußball-WM zum nationalen Feiertag erklärt worden. „Heute feiert ein ganzes Land. Es feiert den Sieg einer Nationalmannschaft, die das Wesentliche unserer Identität verkörpert: den Kampfgeist, den Glauben und die Stärke eines Volkes, das niemals aufgibt“, teilte Präsident Santiago Pena mit.

Zehntausende feierten in der Hauptstadt Asuncion das 4:3 im Elfmeterschießen gegen den vierfachen Weltmeister. Die Tageszeitung „La Nacion“ sprach von einer „Heldentat“. Das Blatt „ABC“ nannte es eine „weltweite Überraschung“. Trainer Gustavo Alfaro formulierte es so: „Für mich sind 26 Kämpfer angetreten und als Legenden hervorgegangen. Es war ein episches Match, einfach episch“, sagte der Argentinier, den sie aufgrund seiner tiefgehenden Analysen „Professor“ nennen.

Gustavo Alfaro
Gustavo Alfaro(Bild: EPA/SHAWN THEW)

Sowohl der 63-Jährige als auch sein Kapitän Gustavo Gomez verwiesen auf die Tugenden, die ihre Mannschaft auszeichneten: Kampfgeist, unbändiger Wille und bedingungslose Einsatzbereitschaft.

Schon Qualifikation war Erfolg
„Diese Mischung aus Leidenschaft und idealistischen Träumen hat uns die Möglichkeit gegeben, das scheinbar Unmögliche in die Realität umzusetzen“, sagte Alfaro. Erstmals seit 2010 ist Paraguay wieder bei einer WM dabei. Die Ära um Ex-Bayern-Profi Roque Santa Cruz liegt längst zurück, einen großen Star hat die „Albirroja“ nicht in ihren Reihen. Schon die Qualifikation galt als Erfolg. In der Südamerika-Quali holte das Team als Sechster das letzte Fix-Ticket für die Reise nach Nordamerika.

„Es ist der schönste Tag meines Lebens“, erklärte Julio Enciso, Paraguays Torschütze beim 1:1 nach Verlängerung, und sprach von einer „übermenschlichen“ Leistung. Dabei blickte der 22-Jährige von RC Straßburg immer wieder nach oben und dachte an seinen toten Opa. „Ich erinnere mich noch gut daran, wie er auf mich gezeigt und mir gesagt hat, dass ich eines Tages hier stehen würde. Nun schicke ich meinem Großvater einen Kuss in den Himmel“, sagte der Stürmer und weinte.

Keine Angst vor nächstem Gegner
Im Achtelfinale wartet am Samstag wohl Topfavorit Frankreich – sofern Schweden nicht für die nächste Sensation sorgt. Doch der Gegner scheint für Paraguay inzwischen fast zweitrangig. Der historische Triumph über Deutschland hat den Südamerikanern das Gefühl gegeben, dass bei dieser Weltmeisterschaft alles möglich ist. „Wir haben vor niemandem Angst. Wir wissen, was wir können und werden jedem, der auf uns trifft, Schaden zufügen“, kündigte Enciso an.

Auch vom Held des Abends gab es eine besondere Botschaft. Der als Spieler des Spiels ausgezeichnete Torhüter Orlando Gill enthüllte ein persönliches Familienversprechen, das ihn begleitet hatte – und das er in seinem linken Handschuh bei sich trug. „Diese besondere Auszeichnung ist für meinen Neffen, der schwer krank im Krankenhaus liegt. Wir hoffen, dass es ihm bald besser geht, und ich habe ihm versprochen, dass diese Auszeichnung ihm gewidmet sein würde, falls ich zum Spieler des Spiels gewählt werde“, sagte Gill, ohne Details der Krankheit zu nennen.

Orlando Gill
Orlando Gill(Bild: AFP/ALEXANDER HASSENSTEIN)

Deutschlands Team sorgte unfreiwillig schon das zweite Mal während dieser WM für einen ungeplanten Ruhetag in Südamerika. Auch in Ecuador wurde nach dem 2:1 gegen die DFB-Auswahl und dem damit verbundenen Einzug ins Sechzehntelfinale ein nationaler Feiertag ausgerufen.

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