Zum eisernen Sparen hatte die Kärntner Landesregierung bereits vor einiger Zeit aufgerufen. Zwar schlägt sich der Sparwille bereits in den Zahlen nieder, doch der Landesrechnungshof sieht trotzdem eine negative Entwicklung. Und damit bleibt Kärnten weiterhin Spitzenreiter bei der Pro-Kopf-Verschuldung in Österreich.
Dass sich die anhaltenden globalen Krisen auf das Budget des Landes Kärnten niederschlagen, ist kein Geheimnis – und das schmerzt. Denn auch Finanzlandesrätin Gaby Schaunig musste vor gut einem Monat eingestehen, dass aufgrund vieler Faktoren kein Schuldenabbau möglich ist. Im Gegenteil: Sie stiegen im vergangenen Jahr sogar.
Landesrechnungshof nahm Finanzen unter die Lupe
Und die Finanzen aus dem Jahr 2025 landeten auch auf den Tischen der Prüfer des Landesrechnungshofs. „Unser Bericht zeigt auf, wo Kärnten finanziell steht und in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht“, erklärt Landesrechnungshofdirektor Günter Bauer.
Demnach musste das Land im vergangenen Jahr Schulden in Höhe von rund 544 Millionen Euro aufnehmen. Damit schnellten die Landeschulden in die Höhe. Am Ende des Jahres standen insgesamt 4,3 Milliarden Euro der Passivseite.
Der hohe Schuldenstand schränkt die finanziellen Handlungsspielräume des Landes zunehmend ein und erhöht die Belastungen für künftige Budgets.

Günter Bauer, Direktor des Landesrechnungshofs in Kärnten
Bild: Uta Rojsek-Wiedergut
Dem nicht genug: Mit dem immensen Schuldenstand stieg auch die Pro-Kopf-Verschuldung auf Basis des Landesschulden wieder einmal an. Waren es Anfang 2025 noch 7084 Euro, so musste mit dem Jahresende mit 7563 Euro bilanziert werden. Und damit bleibt Kärnten weiterhin negativer Spitzenreiter im Bundesländervergleich.
Bildung und Gesundheit kosten
Das meiste Geld des Budgets floss in die Bereiche Bildung, Gesundheit und Pflege. Über 638 Millionen Euro gingen an die Bildungseinrichtungen, gefolgt von dem Gesundheitsbereich mit rund 587 Millionen Euro. Der Pflegebereich erhielt über 515 Millionen Euro.
Aber auch das Personal des Landes benötigt ordentlich viel Geld. Über 744 Millionen Euro musste die Landesregierung 2025 für Personalkosten auszahlen. „Im Vergleich zum Vorjahr stiegen sie um 12,97 Millionen Euro“, heißt es im Bericht des Landesrechnungshofs.
Landesrechnungshof sieht Handlungsbedarf
Und die angespannte Finanzlage des Landes lässt bei den Prüfern die Alarmglocken schrillen. Immerhin könne das Land Kärnten Investitionen nur noch mit neuen Schulden tätigen. „Eine negative freie Finanzspitze bedeutet, dass das Land nicht in der Lage ist, seine Investitionen aus dem laufenden Budget zu finanzieren. In diesem Fall müssen neue Schulden aufgenommen werden, um Investitionen überhaupt tätigen zu können. Das ist ein deutliches Warnsignal“, so Bauer.
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