Der ehemalige deutsche Teamchef Jürgen Klinsmann ist nach dem blamablen WM-Aus hart mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ins Gericht gegangen. Die neuerliche Katastrophe stürze Deutschland in ein tiefes Loch ist sich der 61-Jährige sicher.
„Es ist ein sehr trauriger Tag für uns alle in Deutschland, das haben wir nicht erwartet“, sagte der Weltmeister von 1990 beim US-Sender ESPN und betonte: „Die Art und Weise, wie wir ausgeschieden sind, ist niederschmetternd, eine Peinlichkeit. Es ist genau so schrecklich wie in Katar vor vier und Russland vor acht Jahren.“
Klinsmann fordert Konsequenzen
Für den Trainerarchitekten des WM-„Sommermärchens“ von 2006 steht fest: Die neuerliche Katastrophe „stürzt Deutschland in ein tiefes, tiefes Loch“ und müsse Konsequenzen haben, „was auch immer diese Konsequenzen sein mögen“.
„Verantwortung liegt bei allen“
Konkret angesprochen auf den aktuellen Teamchef Julian Nagelsmann sagte Klinsmann: „Die Verantwortung liegt bei allen – vom Trainerstab über den Verband bis hin zu jedem einzelnen Spieler. Jeder hat seinen Teil zu diesem Desaster beigetragen.“ Die einst ruhmreiche DFB-Elf habe „ihr Gesicht verloren“.
Die einst ruhmreiche DFB-Elf hat ihr Gesicht verloren.
Ex-DFB-Teamchef Jürgen Klinsmann
Körpersprache der Spieler nicht Deutschland-like
Die Spieler, monierte er nach dem Scheitern im Sechzehntelfinale gegen Paraguay, „hatten nicht die Energie, die Entscheidungsfreude und Aggressivität, um diese Schlacht zu gewinnen. Am Ende schien es, als wären sie nicht einmal auf das Elfmeterschießen vorbereitet, was irrwitzig ist. Wir lieben Elfmeterschießen normalerweise!“
Alles müsse nun auf den Prüfstand gestellt werden, forderte der 61-Jährige. Und ergänzte: „Alles, von oben bis unten, muss hinterfragt und diskutiert werden.“

Rückendeckung für Julian Nagelsmann durch Rudi Völler
Trotz der harschen Kritik von außen stellt sich die sportliche Leitung des DFB vorerst schützend vor Nagelsmann. DFB-Sportdirektor Rudi Völler äußerte sich kurz nach dem Abpfiff defensiv, signalisierte jedoch Vertrauen in die Fähigkeiten des aktuellen Trainers: „Ich bin nicht der DFB alleine. Jeder weiß, wie ich zu Julian stehe. Er ist immer noch ein absoluter Top-Trainer. Ich bin überzeugt, dass er wahrscheinlich der richtige ist, weiterzumachen. Er ist ein Kämpfer. Mehr kann und will ich nicht dazu sagen im Moment. Wir setzen uns noch einmal zusammen in den nächsten ein, zwei Tagen und dann wird man sehen. Für mich ist er die richtige Person am richtigen Ort.“
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