Die Auswirkungen der Trockenheit nehmen immer dramatischere Folgen an: Weil der Wasserverbrauch sich in der Nacht „verdoppelt habe“, kündigt man in der Waldviertler Gemeinde Pöggstall an, zwischen 22 und 4 Uhr das Wasser ganz abzudrehen ...
Die lange Trockenheit, die Tropentemperaturen – sie sorgen auch in Niederösterreich für Alarmstimmung. In vielen Gemeinden wird, wie berichtet, der sorgsame Umgang mit dem kühlen Nass diskutiert. In der Marktgemeinde Pöggstall, Bezirk Melk, scheint die Lage noch drastischer zu sein: Dort zieht man einen temporären Stopp der Trinkwasserversorgung in Betracht. „Vor allem, weil sich der Nachtverbrauch in der vergangenen Zeit verdoppelt hat“, erklärt Bürgermeister Helmut Hahn (ÖVP) der „Krone“.
Der Wasserverbrauch in der Nacht hat sich in den vergangenen Wochen verdoppelt!

Helmut Hahn, Bürgermeister
Bild: ÖVP-NÖ
„Wir versuchen seit Wochen, die Leute zu sensibilisieren, dass sie sparsam mit Wasser umgehen“, erklärte Bürgermeister Helmut Hahn in einem ORF-Interview. Zuerst haben die Gemeindeverantwortlichen über soziale Netzwerke zum Wassersparen aufgerufen. Dann sind die Informationen auch via Handzettel in die Haushalte getragen worden.
Der Tenor: Sollte der gestiegene und extrem hohe Wasserverbrauch sich nicht reduzieren, könnte die Trinkwasserversorgung zwischen 22 und 4 Uhr teilweise unterbrochen werden. Das teilte die Gemeinde jedenfalls heute, Dienstag, auf ihrer Website mit.
Trinkwasser sparen, keine Pools befüllen
Einher ging die Vorankündigung seitens der Gemeinde auch mit dem Aufruf, „Trinkwasser zu sparen und das Gartengießen, Autowaschen und das Nachfüllen der Pools“ zu unterlassen. Erklärtes Ziel sei, ausreichend Wasser für die Morgenstunden sicherzustellen, weil dann viele Menschen gleichzeitig das kühle Nass benötigen.
Bürgermeister: „Das ist keine Willkür“
Die angekündigte, und noch nicht fixierte, Maßnahme sieht man in Pöggstall nicht als Willkür. „Wir wollen vorbeugen. Denn auch wenn wir Wasser zuführen müssen, kann es zeitweise zu Engpässen kommen. Das wollen wir verhindern“, heißt es.
Die eindringlichen Aufrufe zum Wassersparen haben jedenfalls erste Wirkung gezeigt: Am Dienstagmorgen habe sich der Wasserstand im Hochbehälter erholt. Doch derzeit hofft man noch auf weniger Hitze und Regen. „Dann würde sich die Situation entspannen“, so Hahn.
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