„Punkt könnte kommen“

Iran/USA: Nach Trumps Drohung wohl neue Gespräche

Außenpolitik
29.06.2026 00:21
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Von krone.at

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist am Sonntag erneut aufgeflammt. US-Streitkräfte griffen als Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff iranische Ziele an. Beide Seiten sprachen von einer Verletzung des Waffenstillstandsabkommens. Irans Klerus drängte auf einen Abbruch der Gespräche, US-Präsident Donald Trump schien die Geduld zu verlieren. In der Nacht auf Montag war dann wieder von einer Einigung die Rede ...

Beide Seiten würden nun für Dienstag ein Treffen in der katarischen Hauptstadt Doha planen, um ihren Streit um die Straße von Hormuz beizulegen, berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf einen hochrangigen US-Regierungsvertreter. Bestätigt wurde das aber noch nicht.

Die USA gehen jedenfalls von weiteren Gesprächen aus. Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: „Es wurde nichts abgesagt.“ Technische Gespräche zur Umsetzung des Rahmenabkommens stehen demnach für die kommenden Tage im Plan. Zudem seien Kanäle zur Konfliktvermeidung eingerichtet und funktionsfähig.

Säbelrasseln vor neuerlichen Verhandlungen
Bei einem erneuten Vertragsbruch der Vereinigten Staaten sollten die Verhandlungen unverzüglich beendet werden, hatte es zuvor in einer Erklärung der Klerus an den iranischen Präsidenten, die Mitglieder des Sicherheitsrats sowie das Verhandlungsteam geheißen. Die Kleriker haben seit der Revolution 1979 großen Einfluss im politischen System des Landes.

Dass der Konflikt wieder aufflammte, hat primär mit der ungelösten Lage an der Straße von Hormuz zu tun. Die iranischen Behörden hatten den Schiffsverkehr durch die Meerenge nach Kriegsbeginn am 28. Februar 2026 ja faktisch zum Erliegen gebracht und dies auch als Hebel im Ringen um eine Friedenslösung eingesetzt. Die Öffnung ist Teil des ursprünglichen brüchigen Abkommens, auf das sich die Kriegsparteien geeinigt hatten.

Irans Außenminister Abbas Araqchi (links) bei Verhandlungen mit den USA
Irans Außenminister Abbas Araqchi (links) bei Verhandlungen mit den USA(Bild: AFP/NATHAN HOWARD)

Iran blieb Gesprächen fern
„Jegliche Einmischung oder der Versuch, parallele Strukturen zu schaffen, würde die Lage weiter verkomplizieren. Die Auseinandersetzungen der vergangenen beiden Nächte in der Straße von Hormuz belegen diese Einschätzung“, sagte Irans Außenminister Abbas Araqchi.

Die Öffnung der Straße von Hormuz ist ein Teil des Abkommens zwischen dem Iran und den USA.
Die Öffnung der Straße von Hormuz ist ein Teil des Abkommens zwischen dem Iran und den USA.(Bild: AFP)
Libanesinnen nach einem israelischen Angriff
Libanesinnen nach einem israelischen Angriff(Bild: AP/Mohammed Zaatari)

Knackpunkt Libanon
Ein Knackpunkt bleibt zudem der Krieg zwischen der Hisbollah und Israel im Libanon. Auch diese Parteien hatten sich auf ein Abkommen geeinigt, doch es ist brüchig. Die Hisbollah war nicht an den Verhandlungen beteiligt und lehnt die Vereinbarung überhaupt ab, da diese zum Beispiel ihre Entwaffnung vorsieht. Nur zwei Tage nach der ursprünglichen Einigung hatten Israels Militär und die Miliz, die vom Iran unterstützt wird, am Sonntag ihre gegenseitigen Angriffe fortgesetzt.

Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums pochte auf einen Rückzug der israelischen Armee aus dem Libanon. Dies sei „eine wesentliche Voraussetzung für das Erreichen einer endgültigen und dauerhaften Vereinbarung“ mit den USA. Die Vereinigten Staaten hatten den Iran im Februar gemeinsam mit Israel angegriffen.

Trump: „Nicht mehr existieren“
„Es könnte der Punkt kommen, an dem wir nicht mehr vernünftig sein können und gezwungen sind, die Arbeit, die wir sehr erfolgreich begonnen haben, militärisch zu Ende zu bringen“, schrieb US-Präsident Donald Trump zuletzt auf der Plattform Truth Social. „Wenn das passiert, wird die Islamische Republik Iran nicht mehr existieren.

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