Nach dem Angriff eines Frachters nahe der Straße von Hormuz haben die USA in der zweiten Nacht in Folge einen Vergeltungsschlag gegen den Iran ausgeführt. Trotz unterzeichnetem Rahmenabkommen nehmen die Spannungen zu: US-Präsident Donald Trump drohte der Islamischen Republik nun sogar mit deren Vernichtung.
Wie das US-Regionalkommando CENTCOM mitteilte, seien „iranische militärische Überwachungseinrichtungen, Kommunikationssysteme, Luftabwehrstellungen, Drohnenlager und Mittel zur Minenverlegung“ getroffen worden. Die iranischen Revolutionsgarden antworteten mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Ziele in Kuwait und Bahrain.
In sozialen Medien zeigte CENTCOM Aufnahmen von den Angriffen:
Trump droht: „Iran wird nicht mehr existieren“
US-Präsident Donald Trump nannte als Grund für die Angriffe des US-Militärs die Verletzung des Waffenstillstandsabkommens. „Es könnte der Punkt kommen, an dem wir nicht mehr vernünftig sein können und gezwungen sind, die Arbeit, die wir sehr erfolgreich begonnen haben, militärisch zu Ende zu bringen“, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. „Wenn das passiert, wird die Islamische Republik Iran nicht mehr existieren.“
Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff
Es war der zweite US-Angriff auf den Iran seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den beiden Ländern Mitte Juni. Bereits in der Nacht auf Samstag hatten die USA gemeldet, iranische Raketen- und Drohnenlagerstätten sowie küstennahe Radaranlagen aus der Luft angegriffen zu haben – als Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag.
Am Samstag hatte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt UKMTO mitgeteilt, dass ein Frachtschiff von einem unbekannten Geschoss getroffen worden sei. Die genauen Hintergründe dieses Vorfalls blieben aber zunächst unklar. Laut CENTCOM handelte es sich bei dem Schiff um die unter panamaischer Flagge fahrende Kiku. Der Tanker sei am Donnerstag in Katar ausgelaufen und auf dem Weg in die Vereinigten Arabischen Emirate gewesen, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf einen US-Beamten.
Bei dem Angriff sei Schaden an der Brücke der Kiku entstanden, der Schiffsbesatzung gehe es gut, Öl sei ebenfalls nicht ausgelaufen:
Alarm in Kuwait und Bahrain
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) reagierten in den frühen Sonntag-Morgenstunden auf den erneuten US-Angriff. Die Marine und Luftwaffe hätten in einem gemeinsamen Raketen- und Drohneneinsatz acht wichtige Infrastrukturziele der US-Armee in den beiden Ländern zerstört, teilten die Revolutionsgarden über ihren Kanal Sepah News mit. Es handle sich um Ziele auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ali Al-Salem in Kuwait und der 5. US-Marineflotte in Mina Salman, Bahrain.
Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen. Eine Reaktion der USA stand noch aus. Die kuwaitische Armee hatte in der Nacht auf der Plattform X mitgeteilt, die Luftabwehr wehre feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab. Der iranische Sender Press TV berichtete auch über Explosionen in Bahrain. Das Innenministerium von Bahrain teilte auf X mit, es seien Alarmsirenen ausgelöst worden. Die Einwohner des Landes wurden aufgerufen, sich in Sicherheit zu begeben. Die gegenseitigen Vergeltungsschläge drohen, die Lage im Nahen Osten weiter zu eskalieren.
Revolutionsgarden: USA haben Waffenruhe gebrochen
Gemäß dem Abkommen gebe es Vereinbarungen mit der Islamischen Republik zur Kontrolle des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormuz, so die IRGC. Von nun an würden Schiffe, die gegen die Vereinbarung verstießen, mit größerer Härte als bisher bekämpft. Jegliche Aggression des Feindes werde eine vernichtende Antwort nach sich ziehen. Dem Feind sollte bewusst sein, dass ein Bruch der Waffenruhe den gesamten Prozess beenden werde.
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