Ein Stück altes Klagenfurt ist heute noch immer unterwegs: die Lendcanaltramway. Dabei stieß die Bahn immer wieder auf Herausforderungen.
Das 50-jährige Jubiläum feiert heuer die Lendcanaltramway in Klagenfurt. Der ursprüngliche Straßenbahnbetrieb ging 1963 durch Einstellung der Strecke vom Heiligengeistplatz zum Bahnhof zu Ende.
Betrieb selbst aufgebaut
„Bald gab es Menschen, die sich magisch zu den alten Fahrzeugen hingezogen fühlten“, erzählt Hobby-Historiker Johannes Lebitsch. Sie wollten ein Stück der Straßenbahn wiederaufbauen und als Attraktion erneut in Betrieb nehmen. Umsetzbar war nur eine Pferdetramway.
Der damalige Bürgermeister Leopold Guggenberger stellte einen ein Kilometer langen, aufgelassenen Wirtschaftsweg im Lendspitz-Areal zur Verfügung. Der Gleisbau wurde in Handarbeit fertiggestellt. Mit gebrauchten Schienen und 1000 gebrauchten Schwellen. 1976 ging die Anlage in Betrieb.
Eine Herausforderung war der Pferdebetrieb. Die angebotenen Tiere waren Reit- oder Freizeitpferde, die mit dem Ziehen einer Tramway nicht körperlich, aber verhaltensmäßig überfordert waren. Pferde, von Natur aus Fluchttiere, waren durch die Rollgeräusche des hinter ihnen laufenden Wagens, den sie als „Verfolger“ klassifizierten, irritiert. Erst Haflinger „Max“ erfüllte seinen Dienst. Dann wurde der Tierschutz stärker, erneut musste reagiert werden.
„Da ein Betrieb mit Verbrennungsmotor im Landschaftsschutzgebiet nicht in Frage kam, wurde die Idee eines Akkutriebwagens geboren, der das ideale Zugfahrzeug wurde.“ 2006 haben die Nostalgiebahnen im Areal eine ehemalige ORF-Anlage gepachtet und darin das Stadtverkehrs- und Kinomuseum errichtet.
Lebitsch: „Heute kann man eine Tramwaykarte nur in Verbindung mit einem Museumsbesuch kaufen. Abfahrt ist bei der Wilsonstraße 37, es gibt vier Haltestellen, eine ist beim Buffet Tramway. Am Wochenende wird jeweils zwischen 10 und 17 Uhr gefahren. Wir haben 1500 Passagiere im Jahr. Viele Familien kommen, und natürlich Straßenbahnfreunde.“
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