Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Hafenstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer ist Behördenangaben zufolge in der Nacht zum Mittwoch ein acht Jahre altes Kind getötet worden.
Zwei weitere Menschen seien verletzt worden, teilte Bürgermeister Andrej Krawtschenko auf Telegram mit. Zudem seien vier Unternehmen und mehr als zwei Dutzend Wohngebäude beschädigt worden.
Weniamin Kondratjew, der Gouverneur der südrussischen Region Krasnodar, in der Noworossijsk liegt, erklärte auf Telegram, bei den Angriffen in der Region seien eine weitere Person getötet und mehrere weitere verletzt worden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte ukrainische Angriffe auf Noworossijsk mit Drohnen, Marschflugkörpern und Seedrohnen. „Bestätigt sind Einschläge in Stellungen der Flugabwehr, Anlegestellen und Infrastruktur des Seehafens“, schrieb der Staatschef bei Telegram. Der Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte sei dabei mehr als 300 Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Der Betrieb des Getreideterminals in Noworossijsk ist Insidern zufolge aufgrund ukrainischer Drohnenangriffe in der Nacht eingestellt worden. Die Demetra Holding, die Eigentümerin des Terminals am Schwarzen Meer ist, bestätigt, dass das Terminal bei dem Angriff beschädigt wurde. „Der Terminalbetrieb wurde eingestellt, und die Schadensbewertung ist im Gange“, schilderte der Insider, der anonym bleiben wollte. Ein Sprecher der Demetra Holding erklärt lediglich, dass das Terminal einen nicht näher spezifizierten Schaden erlitten habe, und lehnt weitere Kommentare ab.
Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht 502 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Betroffen gewesen seien mehrere russische Regionen. Wie viele der gegnerischen Drohnen entdeckt wurden oder ihr Ziel getroffen haben, teilte Russland nicht mit.
US-Regierung alarmiert wegen Auswirkungen auf Ölmärkte
Die Ukraine stellte einem Medienbericht zufolge auf Bitten der USA ihre Angriffe auf Öltanker ein, die den Schwarzmeerhafen Noworossijsk nutzen. Ende Juli habe US-Vizepräsident JD Vance die Regierung in Kiew darum gebeten, berichtete die „Financial Times“ unter Berufung auf Regierungskreise in Kiew. Die US-Regierung sei alarmiert gewesen, dass die Ukraine durch den Beschuss die Ölmärkte weiter destabilisiere und US-Firmen schädige.
Die Angriffe hatten Tankern gegolten, die über ein Terminal des Caspian Pipeline Consortiums (CPC) im Hafen Noworossijsk Rohöl aus Kasachstan an Bord nehmen. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bericht zunächst nicht bestätigen.
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