400.000 Mitglieder

Europol: 700 kriminelle Netzwerke in Europa aktiv

Ausland
26.06.2026 13:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mehr als 700 kriminelle Netzwerke mit über 400.000 Mitgliedern aus 118 Nationen sind derzeit in Europa aktiv. Die Banden sind unter anderem im Drogenhandel, in der Cyberkriminalität und im Menschenhandel tätig. Trotz erfolgreicher Schläge gegen einzelne Gruppen entstehen laufend neue Netzwerke.

„Kriminelle haben gelernt, sich in aller Öffentlichkeit zu verstecken“, sagte EU-Kommissar für Inneres und Migration Magnus Brunner. Laut dem Bericht nutzen 85 Prozent der Netzwerke legale Unternehmensstrukturen, um ihre kriminellen Geschäfte zu verschleiern. Auch die Digitalisierung – verschlüsselte Kommunikation und Künstliche Intelligenz – erleichtert ihnen ihre Aktivitäten zunehmend.

Netzwerke resilient
Die Netzwerke sind vor allem in den Bereichen Drogenhandel, Cyberkriminalität, Schlepperei, Menschenhandel, Betrug, Eigentumsdelikte und Geldwäsche aktiv. Sie arbeiten eng zusammen und passen sich nach Schlägen der Behörden rasch an. Werden führende Mitglieder festgenommen, übernehmen oft neue Akteure deren Rolle.

Zitat Icon

Kriminelle Gruppen sind sehr flexibel. Sie wandeln sich, sie schließen sich zusammen, sie erfinden sich ständig neu.

EU-Kommissar für Inneres und Migration Magnus Brunner

Von den insgesamt 821 im Jahr 2024 identifizierten kriminellen Netzwerken gelten drei Viertel inzwischen nicht mehr als besonders bedrohlich. Europol führt das auf die Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen der Behörden zurück.

Dennoch bleibt laut dem Bericht ein harter Kern von 198 besonders gefährlichen Netzwerken bestehen.

„Keine Straßenbanden“
Seit dem letzten Bericht sind 533 neue kriminelle Netzwerke entstanden. „Kriminelle Gruppen sind sehr flexibel. Sie wandeln sich, sie schließen sich zusammen, sie erfinden sich ständig neu, was es einerseits schwieriger macht, sie aufzuspüren, andererseits aber auch, sie zu zerschlagen“, sagte EU-Kommissar Magnus Brunner. Es handle sich nicht um „Straßenbanden, sondern um multinationale Zusammenschlüsse“.

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