Waldbrände im Süden

Urlaubsparadiese in Flammen: Evakuierungen

Ausland
14.08.2026 10:07

Waldbrände sorgen derzeit in mehreren beliebten Urlaubsregionen Südeuropas für gefährliche Situationen. In Kroatien mussten Menschen aus Lokva Rogoznica fliehen, auf Chalkidiki wurden Hunderte über das Meer evakuiert und auch am Comer See wüteten die Flammen.

Ein außer Kontrolle geratener Waldbrand hat in der Nacht auf Freitag den kroatischen Touristenort bedroht. Wegen der rasch vorrückenden Flammen mussten Einheimische und Urlauber den beliebten Ort Lokva Rogoznica an der Adriaküste verlassen. Die erste Häuser wurden bereits durch das Feuer zerstört.

Durch den starken Wind breitete sich der Brand zunächst durch Kiefernwälder und dichtes Buschwerk aus. Schließlich erreichten die Flammen den Ortsrand. Das große Feuer war unmittelbar neben den ersten Häusern zu sehen. Der kroatische öffentlich-rechtliche Sender HRT berichtete von bereits beträchtlichen Schäden. Rund 150 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen. Feuerwehrchef Slavko Tucakovic bezeichnete die Situation als „äußerst besorgniserregend“ und warnte vor einer schwierigen Nacht. Die Küstenstraße in der betroffenen Region wurde gesperrt. Für die Evakuierten wurde in der nahe gelegenen Stadt Omis eine Sporthalle als Notunterkunft eingerichtet.

Griechenland: Brand auf Chalkidiki unter Kontrolle
Auch in Griechenland sorgte ein Waldbrand für Evakuierungen. Das Feuer brach am Donnerstagnachmittag nahe dem Ferienort Siviri auf der Halbinsel Kassandra auf Chalkidiki aus. In dem dicht bewaldeten Gebiet breiteten sich die Flammen schnell aus. Die Behörden forderten Bewohner und Urlauber über das Notfallwarnsystem zur Evakuierung auf. Besonders dramatisch war die Situation an der Küste: Küstenwache und Privatpersonen brachten zahlreiche Menschen mit Booten in Sicherheit. Insgesamt wurden 481 Menschen auf dem Seeweg evakuiert.

In Chakidiki haben die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle gebracht.
In Chakidiki haben die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle gebracht.(Bild: AFP/Vasilis VERVERIDIS)

Nach Angaben der Feuerwehr konnte der Brand inzwischen unter Kontrolle gebracht werden. Dennoch müssen zahlreiche kleinere Brandherden und Glutnester weiter überwacht und gelöscht werden. Drei Feuerwehrleute wurden während den Löscharbeiten leicht verletzt. In Griechenland herrschen derzeit starke Nordwinde mit Böen von mehr als 100 Kilometern pro Stunde. Dadurch können Glutnester erneut aufflammen und sich Brände rasch ausbreiten. Für mehrere Regionen gilt deshalb weiterhin eine sehr hohe bis extreme Waldbrandgefahr.

Feuerfront am Comer See
Auch am italienischen Comer See kämpften Einsatzkräfte gegen einen Großbrand am Monte Moregallo. Die Feuerfront hatte sich zunächst ausgeweitet und rund 90 Hektar betroffen. Löschflugzeuge und Hubschrauber waren im Einsatz.

Inzwischen ist die Lage laut dem Regionalrat Giacomo Zamperini unter Kontrolle. Dennoch laufen die Löscharbeiten weiter. Nun soll geklärt werden, wie das Feuer entstanden ist. Erste Hinweise deuten laut Zamperini auf Fahrlässigkeit oder möglicherweise Vorsatz hin.

Die Gemeinden am Como See Valmadrera und Lecco verboten vorübergehend sportliche Aktivitäten auf dem See. Windsurfen, Kitesurfen, Kanufahren und Stand-up-Paddling sind untersagt. Damit soll der Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern nicht behindert werden.

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