„Heimlich aufgenommen“

Macron sorgt mit Urlaubsfotos für Empörung

Außenpolitik
14.08.2026 18:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat mit einer Fotoreportage über seinen Urlaub für Empörung gesorgt. Die Bilder zeigen ihn beim Jetski-Fahren an der Côte d‘Azur im Süden des Landes. „Während der Hitzewelle, während Frankreich brennt und ein Teil der Franzosen nicht in den Urlaub fahren konnte, vergnügt sich der Präsident (...)“, kritisierte etwa Olivier Faure, Chef der Sozialistischen Partei.

Die Bilder von Macrons Urlaub waren in der Wochenzeitung „Paris Match“ veröffentlicht worden. In dem dazugehörigen Artikel erfahren die Leserinnen und Leser, dass der Präsident auch andere Wassersportarten wie Foil-Surfen betreibt, joggt und boxt. Gleichzeitig sei der Urlaub aber „arbeitsreich“, seine Tage verbringe Macron in der Residenz Fort de Brégançon am Telefon. Laut dem Umfeld des Politikers wurden die Fotos „heimlich aufgenommen“. „Seit neun Jahren tauchen jedes Jahr heimlich aufgenommene Fotos des Präsidenten auf“, hieß es. 2017 trat er sein Amt an.

Die Bilder sorgen nun vor allem bei linksgerichteten Politikerinnen und Politikern für Kritik. Er hätte es vorgezogen, wenn Macron „in einem Feuerwehrwagen gesessen hätte, um den Feuerwehrleuten beim Löschen des Brandes zu helfen. Dort hätte er hingehört“, sagte etwa der kommunistische Abgeordnete Pierre Ouzoulias. Frankreich erlebe einen „apokalyptischen Sommer“ und „unser Präsident gönnt sich einen Werbeartikel über seinen Urlaub (...)“, kritisierte Grünen-Chefin Marine Tondelier am Freitag.

Mit diesem Foto hat es der französische Präsident auf die Titelseite geschafft.
Mit diesem Foto hat es der französische Präsident auf die Titelseite geschafft.(Bild: AFP/SIMON WOHLFAHRT)

Aber auch vom rechtspopulistischen Rassemblement National (RN) waren kritische Töne zu hören. Die Fotos des Staatschefs seien „unangemessen“, sagte etwa die Abgeordnete Edwige Diaz. Jeder habe aber „das Recht, Urlaub zu machen“ und es gebe „wichtigere Themen“, wandte sie ein.

Macron verbringt seinen Sommerurlaub auf einer kleinen Mittelmeer-Insel, die mit dem unweit gelegenen Festland verbunden ist. Er wohnt dort in einem Fort aus dem Mittelalter.

Zuletzt ist im Südwesten Frankreichs ein neuer Waldbrand ausgebrochen, der 1100 Hektar Land erfasst hat. Das Feuer hatte sich am Donnerstag aufgrund wechselnder Winde sehr schnell ausgebreitet. Mindestens 500 Menschen wurden vor den Flammen in Sicherheit gebracht. Das Land kämpft derzeit, wie viele andere Länder Europas, mit extremer Hitze. Die Wetterbedingungen sollen am Samstag besser werden.

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