Österreich stöhnt unter der Hitze. Unter einer Hitze, die so – schon gar im Juni – noch vor ein paar Jahren nicht vorstellbar war. Die Thermometer klettern in Höhen, die vor allem ältere Menschen, die oft besonders empfindlich auf Hitze reagieren, von früher ganz und gar nicht kennen. Ein paar Tage mit Höchstwerten von 32 oder gar 33 Grad waren einst der Sommer-Höhepunkt. Und doch ist eine – ach so falsche – vermeintliche Weisheit kaum ausrottbar: „Warm war’s immer schon.“
Übrigens hören wir diesen Unfug dieser Tage seltener, wenn viele in ihren in den Nächten nicht mehr auskühlenden Wohnungen nicht schlafen können, wenn es Kinder und ihre Lehrer in mehr als 30 Grad heißen Klassen nicht aushalten, Bauarbeiter in der prallen Sonne am Gerüst leiden und kranke Menschen in unklimatisierten, überhitzten Spitalszimmern zu genesen versuchen.
Jaja, warm war’s immer. Kalt übrigens auch. Aber so heiß wie jetzt und so oft so heiß wie jetzt – das war es nie. Wissenschafter nennen es menschengemachten Klimawandel. Manche Politiker wollen das dennoch nicht zur Kenntnis nehmen. Oder zumindest nicht ausreichend wirksame Maßnahmen ergreifen. Dieser Tage wird nun zwar wieder manches versprochen, zumindest in Aussicht gestellt.
Dabei hat die türkis-rot-pinke Regierung Klimaschutzmaßnahmen teils radikal zurückgefahren, während die Blauen vom Klimawandel überhaupt nichts hören wollen. Aber wir alle spüren ihn – mehr denn je.
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