Kippt Versorgung?

Putin unter Druck: Krim im Ausnahmezustand

Ukraine-Krieg
26.06.2026 13:54
Porträt von krone.at
Von krone.at

Es sind Szenen, die kaum zur Sommerzeit an der Schwarzmeerküste passen: Stromabschaltungen, geschlossene Tankstellen und eine Halbinsel im Krisenmodus. Auf der von Russland kontrollierten Krim haben die dort eingesetzten Behörden nun den Ausnahmezustand ausgerufen. Hintergrund sind anhaltende Angriffe auf Infrastruktur und Versorgungswege.

Der von Russland eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow erklärte am Freitag, die Maßnahme solle helfen, wirtschaftliche Probleme zu bewältigen. Bereits zuvor hatte er Stromabschaltungen angekündigt, nachdem Energieinfrastruktur beschädigt worden sei. Zudem wurde der Verkauf von Kraftstoffen an Privatpersonen und für Unternehmensfahrzeuge zeitweise eingestellt.

Energie- und Treibstoffversorgung unter Druck
Die Lage auf der Halbinsel hat sich deutlich verschärft. Immer wieder kommt es zu Stromabschaltungen, gleichzeitig bleibt die Versorgung mit Treibstoff angespannt. Aksjonow sprach von einer „schwierigen Zeit“ und bezeichnete die Kraftstoffsituation als besonders kritisch.

Der rechtliche Rahmen des Ausnahmezustands soll es den Behörden ermöglichen, schneller auf die Lage zu reagieren und zusätzliche Mittel freizugeben. Theoretisch sind damit auch Einschränkungen für die Bevölkerung möglich.

Die Ukraine deckt die Krim mit Drohnenangriffen ein. Vor wenigen Tagen wurde ein Ölterminal in ...
Die Ukraine deckt die Krim mit Drohnenangriffen ein. Vor wenigen Tagen wurde ein Ölterminal in der Hafenstadt Kertsch getroffen.(Bild: AFP/Handout/2026 Vantor)

Ukraine verfolgt militärische Strategie
Im Hintergrund steht eine Strategie der Ukraine, die nach eigenen Angaben auf Angriffe gegen russische Nachschubwege, Energieinfrastruktur und Militärfahrzeuge setzt. Ziel sei es, Bedingungen zu schaffen, „die Russland dazu zwingen, sich für den Frieden zu entscheiden“, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Russland meldet Abwehr hunderter Drohnen
Aus Russland hieß es derweil, die Luftabwehr habe innerhalb einer Nacht 660 ukrainische Drohnen abgeschossen, die unter anderem Ziele auf der Krim und im Raum Moskau angesteuert hätten.

Gouverneur Aksjonow räumte gleichzeitig ein, dass die Halbinsel mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert sei. Die russische Armee könne die Krim nicht vollständig vor Angriffen schützen, sagte er und verwies auf die Grenzen bestehender Luftabwehrsysteme.

Versorgungskrise mitten in der Sommerzeit
Bereits zuvor war auf der Krim zeitweise der Verkauf von Treibstoff eingestellt worden. Mit Stromausfällen, Benzinengpässen und dem nun verhängten Ausnahmezustand verschärft sich die Lage für Bevölkerung und Wirtschaft spürbar – in einer Zeit, in der die Halbinsel sonst stark vom Tourismus geprägt ist.

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