Nach Engpässen bei der steirischen Wasserversorgung im Frühjahr lud Landesrätin Simone Schmiedtbauer am Donnerstag zu einem runden Tisch. Dieser brachte konkrete Ergebnisse: Ab 2027 kommen strengere Regeln für Poolbesitzer – Strafen sieht man als letztes Mittel.
Die Karte der steirischen Wasserversorgung ist auffallend kleinteilig. Genau das wird unserem Bundesland in Zeiten von Trockenheit und Hitze zum Verhängnis: Befüllen viele Bürger einer Gemeinde gleichzeitig ihre Pools, kommt es zu Engpässen. Im Frühjahr waren unter anderem Wörschach und Seckau betroffen, in Oberzeiring musste gar die Versorgung mit Tanklastern aufrechterhalten werden.
Wie kann es gelingen, dass Wasser zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar ist? Diese hochaktuelle Frage stellte die zuständige Landesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP) am Donnerstag im Rahmen eines Gipfeltreffens. Gemeinsam mit Vertretern von Gemeinden, Wasserversorgern und Fachabteilungen setzte sie sich an einen Tisch.
Herausgekommen sind konkrete Maßnahmen: Einerseits sollen Wasserversorger in der „organisatorischen und technischen Resilienz“ gestärkt, sprich besser auf Notfälle vorbereitet werden. Gelingen soll das mit einem Gütesiegelprogramm und zusätzlichen Weiterbildungen.
Die Steiermark verfügt über hochwertige und ausreichende Wasserressourcen. Unsere Aufgabe ist es, die Versorgung auch in Zeiten hoher Belastung sicherzustellen.

Simone Schmiedtbauer
Landesrätin für Wasserwirtschaft (ÖVP)
Bild: Christian Jauschowetz
Andererseits will man Bürger dazu bringen, sorgsamer mit der Ressource Wasser umzugehen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Poolbefüllung: 2027 will man möglichst alle dazu bringen, sich in den Kalender der jeweiligen Gemeinde einzutragen. Vorzeigegemeinde ist Gaishorn am See, wo sich bereits 90 Prozent der Poolbesitzer einschreiben. Und auch Kraubath an der Mur, wo die Gemeinde konkrete Zeitslots vergibt und im Gegenzug die Kanalgebühren etwas absenkt.
Gemeinden können Verbote verhängen
Gesetzlich ist es darüber hinaus möglich, Befüllungen oder Autowäschen laut Gemeindeordnung bei Wassernot zu verbieten. Bei Missachtung können die Verbote auch mit Strafen durchgesetzt werden. Diese Option sehen die Wasserversorger und Gemeindevertreter aber als letztes Mittel.
„Eine sichere Wasserversorgung ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Mit Investitionen in die Infrastruktur, klaren Informationen für Gemeinden und einer verstärkten Bewusstseinsbildung schaffen wir die Grundlage dafür, dass auch künftige Generationen jederzeit auf eine verlässliche Trinkwasserversorgung vertrauen können“, sagt Schmiedtbauer.
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