„Austro-Nobelpreis“

Quantenphysiker Markus Aspelmeyer ausgezeichnet

Wissen
24.06.2026 20:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Quantenphysiker Markus Aspelmeyer ist am Mittwochabend mit dem Wittgenstein-Preis 2026 des Wissenschaftsfonds FWF ausgezeichnet worden. Dieser wird auch als „Austro-Nobelpreis“ bezeichnet. Aspelmeyer arbeitet an der Universität Wien und der ÖAW zu Gravitation und Quantenphysik.

Der 52-Jährige kommt gebürtig aus Bayern und wechselte 2002 als Postdoc von München zur Gruppe des Nobelpreisträgers Anton Zeilinger an die Universität Wien. Die Ambitionen Aspelmeyers betreffen laut Jury „eine der tiefgreifendsten Fragen der Physik: Kann die Schwerkraft selbst quantenmechanische Eigenschaften besitzen?“ Gelinge dieser Nachweis, „könnte dies unser Verständnis der Natur grundlegend verändern – vergleichbar mit den Experimenten zur Quantenverschränkung, die 2022 mit dem Physiknobelpreis gewürdigt wurden“.

Der Physiker hat in München studiert, 2002 im Bereich Festkörperphysik promoviert und ist anschließend zur Quantenphysik gewechselt. In Wien arbeitete er zunächst an Teleportationsexperimenten mit, danach entwickelte Aspelmeyer Methoden, um mikroskopisch kleine Spiegel zu kühlen. Damit sollten Quanteneffekte an immer größeren Systemen nachgewiesen werden, die sich bis dahin nur an kleinsten Teilchen beobachten ließen. Benötigt werden dazu winzige Balken, schwingenden Sprungbrettern gleich, aus Materialsystemen, die sowohl optisch als auch mechanisch gut sind, also möglichst gut Licht reflektieren und möglichst wenig Eigendämpfung haben.

Derzeit will der Wissenschaftler herausfinden, ob es eine Quantentheorie der Gravitation gibt und ob es möglich ist, ein Gravitationsexperiment durchzuführen, das sich nicht mehr allein durch die Einsteinsche Allgemeine Relativitätstheorie beschreiben lässt. Für diese Arbeiten wurde er mit dem Wittgenstein-Preis 2026 auszeichnet, der mit zwei Millionen Euro dotiert ist und damit die höchstdotierte Wissenschaftsauszeichnung des Landes. Die Jury sprach von einer „Investition in eines der ambitioniertesten Vorhaben in der modernen Physik (...)“.

„Das war bei mir immer so, wenn mich Dinge interessiert haben, habe ich angefangen, mich damit zu beschäftigen“, sagte der frisch gekürte Preisträger. Aspelmeyer hatte bereits zuvor zahlreiche internationale Auszeichnungen bekommen, zuletzt 2025 den Prize for Fundamental Aspects der European Physical Society für seine Beiträge zur Quantenoptomechanik.

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