Mehrwertsteuer sinkt

Handel verspricht, dass Entlastung bei uns ankommt

Wirtschaft
25.06.2026 05:30

Am kommenden Mittwoch, dem 1. Juli, sinkt die Mehrwertsteuer auf einige Grundnahrungsmittel von zehn auf 4,9 Prozent. Supermärkte, Bäcker und andere wollen das trotz Mehrkosten an die Konsumenten weitergeben – auch wenn der Aufwand enorm sei.

Die Teuerung – vor allem im Lebensmittelbereich – veranlasste die Regierung zum Handeln. Mit der Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel werden jedem Haushalt in Österreich im Jahr rund 100 Euro mehr übrig bleiben, heißt es. Den Staat kostet der Steuerausfall rund 400 Millionen Euro, was durch eine Paket- und Plastikabgabe wieder hereingeholt werden soll.

Die Händler versprechen jedenfalls, dass sie die niedrigere Steuer voll an die Konsumenten weitergeben werden. „Wir setzen alles daran, dass die Entlastung von Tag eins an zu 100 Prozent bei den Menschen ankommt“, bekräftigt Rainer Will, Chef des Handelsverbandes.

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Wir setzen alles daran, dass die Entlastung von Tag eins an zu 100 Prozent bei den Menschen ankommt.

Rainer Will, Handelsverband-Chef

Umstellung kostete Millionen Euro
Allerdings sei der Aufwand enorm, denn für Tausende Artikel mussten unter großem Zeitdruck Warenwirtschafts-, Abrechnungs- und Kassensysteme auf die geänderten Steuersätze angepasst werden. Vor allem für kleinere Nahversorger war das schwer zu schaffen. Zudem habe das die Branche rund sechs Millionen Euro gekostet.

Die Liste der künftig vergünstigten Lebensmittel ist teilweise nicht einfach zu verstehen. Das Kriterium war die Einstufung laut Zolltarif und nicht der Produktname.

Viele skurrile Fälle in der Praxis
Konkret dabei sind Milch, Joghurt, Butter, Eier, Gemüse (frisch, gekühlt, gefroren), Frischobst aus Österreich bzw. Europa, Reis, Weizenmehl, Grieß, Teigwaren, Speisesalz, Brot und Gebäck.

An sich klar, doch in der Praxis wird es viele skurrile Fälle geben. Beispiel: Ein Bäcker verkauft eine Semmel und eine Packung Butter. Für beide gilt der begünstigte Steuersatz von 4,9 Prozent. Außer, der Kunde lässt sich Gebäck, Butter und vielleicht Milch an den Imbisstisch beim Bäcker servieren, dann sind es wieder zehn Prozent.

Ebenso ist es, wenn der Bäcker die Semmel aufschneidet und die Butter hineingibt. Selbiges gilt für die Wurstsemmel, für die als fertiges Produkt zehn Prozent fällig sind. Werden jedoch Gebäck und Wurst einzeln verkauft, wird der vergünstigte Steuersatz verrechnet – aber nur für die Semmel!

Weitere Schmankerln: Naturjoghurt ist begünstigt, Fruchtjoghurt normalerweise nicht. Bei Mehlsorten sind jene aus Weizen sowie Dinkel auf der Liste, Roggenmehl bleibt bei zehn Prozent. Klassische Butter wird billiger, anders als Joghurt- oder Kräuterbutter. Spinat: 4,9 Prozent, Cremespinat: zehn Prozent ...

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