Die anhaltend hohen Temperaturen bedrohen ganze Lebensräume. Die Vogelschutzorganisation „BirdLife Österreich“ warnt nun vor einem unwiederbringlichen Verschwinden der Sodalacken im burgenländischen Seewinkel und fordert von der Politik die prompte Umsetzung von Schutzmaßnahmen.
Soldalacken sind salz- und natronhaltige Binnengewässer und eine der größten Naturbesonderheiten des Burgenlandes. Auch europaweit kommen sie äußerst selten vor. Die wohl berühmteste Lacke hierzulande ist die Lange Lacke – das Wahrzeichen des Seewinkels. Gab es vor 150 Jahren noch 140 Stück, gingen seither fast 120 aufgrund menschlicher Eingriffe verloren. In der letzten andauernden Trockenphase verschwand nochmals ein Drittel oder wurde schwer beschädigt.
„Heuer waren viele Sodalacken bereits im April und Mai ausgetrocknet oder wiesen nur noch Restwasser auf. Das Lackensterben geht also trotz erster Maßnahmen zum Wasserrückhalt fast ungebremst weiter. Wird nicht gegengesteuert, droht das endgültige Aus dieses einzigartigen Ökosystems“, warnt BirdLife Österreich. Schließlich sind die Lacken ein wichtiger Rast- und Brutplatz für Zugvögel.
Am Kipppunkt
Vor drei Jahren wurde eine vom Land Burgenland in Auftrag gegebene Studie fertig gestellt. Sie sieht vor, dass bei gewissen Pegelständen kein Grundwasser mehr für die landwirtschaftliche Beregnung im Seewinkel entnommen werden darf. „Das allein reicht nicht aus“, sagt BirdLife-Experte Michael Dvorak.
Er fordert daher von der Politik die sofortige Umsetzung der Studie. Auch die Einrichtung von Schutzzonen rund um die Lacken, ein Anbaustopp von Kulturen mit hohem Wasserbedarf sowie Wasseruhren bei Feldbrunnen zu Überwachung der entnommenen Mengen seien essenziell: „Werden keine Vorkehrungen getroffen, könnten die verbliebenen Sodalacken innerhalb kürzester Zeit verschwinden.“
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